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Duisburg: Diskussion um Multi-Bau geht weiter

Duisburg : Diskussion um Multi-Bau geht weiter

Will Multi Development doch ein Gebäude an der Mercatorstraße bauen? Offenbar gibt es gravierende Kommunikationsprobleme zwischen der Stadtverwaltung und dem Projektentwickler.

Eigentlich war alles geregelt. "Der bisherige Investor steht für die Umsetzung des Projektes nicht mehr zur Verfügung", hieß in der entsprechenden Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Multi habe von der Umsetzung der Baumaßnahme "Abstand genommen", so lautete der Text für die Vorlage. Auf dieser Basis nahm wie berichtet der Wirtschaftsausschuss den Baubeschluss für die Mercatorstraße zurück.

Die Bezirksvertretung Mitte kassierte ihren Fällbeschluss über die Platanen. Doch nun wird dies bei Multi Development selbst offenbar anders gesehen. Es sei keinesfalls so, dass Multi von den Gesprächen über den Standort Mercatorstraße zurückgetreten ist, ließ MD jetzt in der Immobilienzeitung verlauten. Die Vorgänge in Duisburg nehme man "erstaunt" zur Kenntnis.

Auf Nachfrage bei der Stadt ist nun auf einmal nicht mehr von einer expliziten Erklärung des Investors die Rede. Übrig geblieben ist nur noch die Feststellung, MD habe eine Frist versäumt: "Die Stadt hat den bisherigen Investor Multi Development zu dem Vorhaben an der Mercatorstraße mit Fristsetzung aufgefordert, sich zu erklären.

Diese Frist hat MD verstreichen lassen. Daraufhin hat die Stadt die weitere Zusammenarbeit zu diesem Vorhaben für beendet erklärt", teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Gleichwohl "empfiehlt die Verwaltung weiterhin , die bereits im Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr beziehungsweise in der BV Mitte getroffenen Beschlüsse zur Aufhebung des Straßenbaubeschlusses sowie des Fällbeschlusses auch im Rat aufrecht zu erhalten."

Multi soll sich im Zuge der Übernahme durch den amerikanischen Finanzinvestor Blackstone monatelang gegenüber der Stadtverwaltung bedeckt gehalten haben. Konkrete Aussagen hat es wohl schon länger nicht mehr gegeben. Daraufhin hatte die Stadt Multi Development dann eine Frist gesetzt, die ohne Reaktion verstrich.

Noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen. Der Fällbeschluss ist zwar zunächst aus der Welt, über den Baubeschluss zur Mercatorstraße entscheidet aber endgültig erst der Rat in seiner nächsten Sitzung am 9. Dezember. Zuvor wird sich der Haupt- und Finanzausschuss am 2. Dezember aber noch einmal mit der Sache befassen. Und da will es die CDU noch einmal genau wissen. Die Vorlage mit der Formulierung, der Investor habe Abstand genommen, suggeriert nach Auffassung der Christdemokraten ein aktives Handeln von MD. Nun sehe es so aus, als habe die Stadtverwaltung aktiv gehandelt und das Vorhaben von sich aus beendet, indem sie die Nichtwahrung der Frist als Rückzug von MD interpretierte. "Diese Information hätte dem Ausschuss zwingend vor der Beratung mitgeteilt werden müssen", so der planungspolitische Sprecher der CDU, Thomas Susen. Es sei nicht Aufgabe der Politik, Textpassagen in Beschlussvorlagen zu interpretieren, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es wäre eigentlich die Aufgabe des Planungsdezernenten und des Oberbürgermeisters gewesen, dies in der Ausschusssitzung mitzuteilen.

"Liegt der Verwaltung eine schriftliche Absage des Neubauprojektes vor?", so lautet nun eine der Fragen der CDU für den Haupt- und Finanzausschuss. Eine weitere wichtige Frage ist, ob es seitdem noch weitere Gespräche mit Multi Development gegeben hat, die sich mit einem Neubauprojekt an der Mercatorstraße befassen, so die CDU.

Planungsdezernent Carsten Tum hatte in der vergangenen Woche wie berichtet bereits erklärt, die Stadt sei auf der Suche nach einem neuen Investor. Ein Neubau an der Mercatorstraße sei nach wie vor das erklärte städtebauliche Ziel — unter Berücksichtigung der Interessen von DVG und Feuerwehr. Außerdem sollten so viele Bäume wie möglich an der Mercatorstraße erhalten bleiben.

(RP)