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Duisburg: Diskussion über Deponien geht weiter

Duisburg : Diskussion über Deponien geht weiter

Der Friemersheimer Ratsherr Jürgen Fritz (SGU) wundert sich über die Reaktion von Stadtdirektor Dr. Peter Greulich. Es sei nicht Ziel seiner Anfrage und seines Antrages hinsichtlich des Zustands der ehemaligen Hausmülldeponie Rheinhausen gewesen, die allgemeine Situation der Duisburger Deponien abzuklären, so Fritz.

"Da wurde die SGU in einen Topf mit der SPD geschmissen, die mit ihrer Anfrage wohl auf einen fahrenden Zug aufspringen wollte", betont der Ratsherr.

Ihm sei es vielmehr um den Angang eines bestehenden aktuellen Problems gegangen, da der herausquellende Müll aus dem Hang der Deponie anscheinend keine der Barrieren gefunden habe, die eigentlich vorhanden sein sollten. "Es kann keine Lösung der Stadt Duisburg sein, heutigen Generationen Probleme zu hinterlassen, nur weil diese nicht die Chance hatten, vor 20 Jahren Fragen zu stellen, zu denen es damals noch nicht einmal rechtliche Grundlagen gab", so Fritz. Hier müsse wohl eher das Motto "besser spät als nie" gelten, um den Schaden zu begrenzen.

Ehemalige Kies- und Tongruben

Auch der Rheinhauser SPD-Bezirksvertreter Manfred Krossa äußert sich zu der Stellungsnahme des Umweltdezernenten. Die Anfrage seiner Fraktion habe sich nicht auf die von Greulich genannten vier Deponien bezogen, die geschlossen und so abgedichtet wurden, dass keine Gefahr für das Grundwasser besteht. "Diese Fakten sind der SPD bekannt", so Krossa. Gemeint seien nicht diese "ungefährlichen" Altlastenlager. Vielmehr interessiere sich seine Fraktion für "die bisher unbekannten Deponien, die durch verfüllte ehemalige Kies- und Tongruben entstanden" seien.

Schutz von Mensch und Umwelt

Nachdem sich in jüngerer Zeit bei Bürgeranhörungen der Hinweis auf vorhandene Altlasten zum Reizthema entwickelt habe, sei es wichtig zu erfahren, an welchen Stellen des Bezirks mit weiteren verfüllten Gruben zu rechnen sei. Da in der Vergangenheit sehr unkritisch mit der Ablagerung von Haus- und Industrieabfällen umgegangen worden sei, müsse zum Schutz des Menschen und der Umwelt erforscht werden, was sich in den Altlastenlagern befinde.

"Die Problematik an der Güterstraße und im Bereich der Julius-Leber-Straße sind durch die Bürgeranhörungen bekannt geworden. Doch was schlummert noch in den vielen Kies- und Tongruben?", fragt Krossa. Diese Deponien müssten genau so erfasst und beprobt werden wie die bereits bekannten. Und wenn von ihnen Gefahr ausgehe, müsse genau so gehandelt werden wie bei den anderen auch.

(RP)