Duisburg: "Dinner for DU" schmeckte besonders gut

Duisburg: "Dinner for DU" schmeckte besonders gut

Zum zehnten Mal lud der Duisburger Kabarettist Wolfgang Trepper zum "Dinner for DU" ins ausverkaufte Grammatikoff (früher Hundertmeister) am Dellplatz. Und selten war dem früheren Radiojournalisten, der inzwischen mit 290 Auftritten pro Jahr die Kleinkunsttheater der Republik füllt, so ein trefflicher Jahresrückblick gelungen wie diesmal.

Denn die bewährte Trepper-Mischung aus grenzwertigem Lästern und besinnlichen Momenten wirkte selten so ausgewogen und auf den Punkt gebracht wie diesmal. Eigentlich sei alles wie vor einem Jahr: "Die Wulffs sind auf der ersten Seite der Bild-Zeitung, die FDP befindet sich im freien Fall und der MSV hat ein Präsidiums-Problem." In unserer Stadt sei alles ruhig, "sogar sehr ruhig, vor allem in der Mercatorhalle."

Duisburgs neuer Oberbürgermeister Sören Link wirke auf ihn "immer ein wenig wie der uneheliche Sohn von Ralf Jäger. So wie der immer um den herum scharwenzelt". Ralf Jäger sei es wohl egal, "wer unter mir OB ist". Geschickt gleicht Wolfgang Trepper extreme Ausfälle durch stille Stellen aus, schwarzen Humor durch Schmunzel-Pointen. So gipfelt etwa seine Tirade gegen den neuen "Wetten, dass"-Moderator Markus Lanz in der Aussage "Der war an der Schrowange dran - ich dachte immer, Leichenfledderei sei in Deutschland verboten!" Andererseits gibt es poetische Momente wie die Zugaben-Geschichte, nach der Trepper von einem mongoloiden Besucher die wichtige Lektion erhielt, dass es manchmal wichtig ist, einfach zu spielen und sich an einer großen Blume zu erfreuen. Die Fans von "Dinner for DU" warten immer schon auf bestimmte Rubriken. So gab es auch diesmal wieder "akustische Attentäter", also deutsche und inzwischen auch internationale Schlager. Da bleibt uns das Lachen im Halse stecken, wenn Wolfgang Trepper zeigt, dass das Cover der CD von "Volks-Rock'n'Roller" Andreas Gabalier einen Menschen in Form eines Hakenkreuzes zeigt und in einem Lied darauf die Verbundenheit der im Zweiten Weltkrieg verbündeten Deutschen, Italiener und Japaner gepriesen wird.

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Das Beste sind aber immer noch jene Fragen, die der Kabarettist sich stellt, wenn er auf Tour abends im Hotel nicht einschlafen kann. "Was zählen Schafe, wenn sie nicht einschlafen können? Warum gibt es Katzennahrung mit Hund, Rind und Fisch, aber nicht mit Maus? Bekommt man als Brandopfer im Krematorium Rabatt?"

Die Begeisterung des Publikums war Wolfgang Trepper in seiner Heimatstadt sicher.

(hod)
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