Duisburg: Diffuse Gefühle treffen klare Farben

Duisburg : Diffuse Gefühle treffen klare Farben

Seit gestern läuft die Ausstellung "Binsenteich" im Rheinhauser Bezirksrathaus. Der Künstler Uwe Zander präsentiert verschiedenartige Arbeiten, mit klar expressionistischen oder deutlich impressionistischen Einflüssen, mit düsteren Tiefen oder knalligen Tönen.

Rheinhausen Im zweiten Obergeschoss, rechter Flügel, kitzelt die Kunst den Spieltrieb. An einer Magnettafel hängen zehn quadratische Ölbilder kleineren Formats. Wie Teile eines Puzzles formieren neun von ihnen, in Dreierreihen übereinander, einen verwischt-verwaschenen, zart pastelligen Eindruck des Binsenteichs, das zehnte Quadrat wartet abseits auf seinen Einsatz. Der Betrachter ist aufgefordert, die Tafeln umzugruppieren umzusortieren, neu zusammenzustellen zu immer wieder originellem "bildhaften Chaos".

Seit gestern ist die Ausstellung "Binsenteich" des Künstlers Uwe Zander im Rheinhauser Bezirksrathaus zu sehen – gewidmet allein dem Binsenteich im Wandel der Tages- und Jahreszeiten.

Bewegte Tiefe, plakative Glätte

Uwe Zander hat sehr verschiedenartige Ausdrucksformen für seine Eindrücke gewählt. Unter seinen etwa 30 Ölgemälden finden sich solche mit klar expressionistischen Zügen und solche mit impressionistischen Inhalten. Da sind Bilder von bewegter Tiefe, die den Blick des Betrachters in sich hineinziehen, und solche – glatt, unangreifbar, plakativ – die ihn an der Oberfläche lassen. Zander spielt vor allem mit abstrahierten Formen und vielfach mit verfremdender Farbgebung.

Etwa bei dem Werk "Roter Baum", das von klaren Linien und farblichen Kontrasten lebt. Da sind stilisierte, blattartige Baumformen in leuchtenden Tönen – klarem Orange, knalligem Gelb, Zartblau – vor einem violetten Horizont über dunkel-düsterem Grund.

Hier und dort werden diffuse Eindrücke durchbrochen von einzelnen Details wie beim Bild "Ente": Da ist eine flächig-wolkige Waldkulisse, reflektiert von einer unbewegten Wasseroberfläche – und eine einsame Ente, die schwimmend einen Wellenkeil durch das Spiegelglatte treibt.

Tief hängende Himmel

Dürre Zweige stechen hervor im Bild "Herbstlaub", weißblaue Kälte strahlt bei "Industriewinter", immer wieder begegnen dem Besucher tief hängende Himmel, dunkle Baumreihen. Für Kontraste sorgen Werke wie "Frühjahr kommt" und "Spätsommertag". Das erste Bild kommt beinahe simpel daher: klare Farben, vereinfachte Formen. Das zweite dagegen besticht mit einem aufgewühlten Himmel voller gebrochener Töne und zerrissenen Wolken in Grau- und Blautönen, das Wanken der Waldbäume im Wind ist beinahe greifbar.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Mai zu den Öffnungszeiten im Bezirksrathaus Rheinhausen am Körnerplatz 1 zu sehen. Am Freitag, 13. Mai, ist der Künstler Uwe Zander zwischen 15 und 16 Uhr selbst dort anzutreffen.

(RP)
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