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Duisburg: Diebe aus Duisburg in Düsseldorf gefasst

Duisburg : Diebe aus Duisburg in Düsseldorf gefasst

Offiziell ist die 14-Jährige, die seit Donnerstag in Düsseldorf in Untersuchungshaft ist, ohne festen Wohnsitz, lebt angeblich bei einer "Tante" in Duisburg.

Ihr einziger Job sind offenbar die Diebstähle, die sie begeht, wenn sie in der Landeshauptstadt und anderswo mit ihrem zwei Jahre älteren Komplizen angeblich Spenden sammelt. Auch der 16-Jährige wohnt bei der "Tante" und ist jetzt ebenfalls in Haft. Ihre Masche sei derzeit hochaktuell, sagt Düsseldorfs Polizeisprecher André Hartwich.

Nicht immer sind die Beweise so eindeutig wie im Fall des verhafteten Duos, das die bei einem Frisör gestohlenen Handys bei der Festnahme noch bei sich trug. Bei zwei 17-jährigen Mädchen, mutmaßlich ebenfalls in Rumänien auf den Spendentrick geschult, fand man kein Diebesgut, als sie auf der Oststraße festgenommen wurden. Aber sie hatten die typischen Spendenlisten dabei, sollen in den vergangenen Tagen zehn Taten begangen haben. Trotzdem reichten die gestern für einen Haftbefehl.

Gar nicht erst zum Richter kamen fünf Rumänen, 13 bis 20 Jahre alt, mit Wohnsitz in derselben Duisburger Gegend und reichlich polizeilichen Erkenntnissen, die an der Immermannstraße festgenommen worden waren. Nur Minuten zuvor hatten fünf junge Täter, die ihnen ähnlich sahen, in einem Reisebüro die Spendenkladde aus- und Wertsachen des Personals eingepackt. Weil bei den Festgenommenen weder Spendenliste noch Beute zu finden war, musste die Polizei sie freilassen.

Die Methode der meist aus Rumänien stammenden Diebesbanden, deren Drahtzieher nicht selten im Hintergrund kassieren, ist nicht die einzige, die zurzeit in Düsseldorf angezeigt wird. "Mindestens 14" Tricks seien aktuell von der Straße und aus Restaurants bekannt, sagt Hartwich. Geldwechseln, mit dem Stadtplan nach dem Weg fragen, einen Fleck wegwischen, Blumen "verschenken": Wenn ein Fremder so auf sie zu kommt, ist Vorsicht geboten. Besonders beliebt aber ist zurzeit der Spendentrick in Variationen.

So sind Täter auch mit Flyern unterwegs, die auf das Schicksal angeblich schwer an Krebs erkrankter Kinder aufmerksam gemacht wird. Andere betteln für taubstumme Kinder, greifen in die Jackentaschen, während sie sich mit innigen Umarmungen "bedanken".

(RP)