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Duisburger Wohlfahrtsverbände: "Die Zuwanderer sind Teil dieser Gesellschaft"

Duisburger Wohlfahrtsverbände : "Die Zuwanderer sind Teil dieser Gesellschaft"

Die Duisburger Wohlfahrtsverbände bemängeln die Unterstützung der Politik hinsichtlich der zunehmenden Zahl der Zuwanderer aus Südosteuropa. "Ganz offensichtlich wird so getan, als ob es dieses Phänomen nicht gäbe", erklären sie in einer Pressmitteilung von Montag.

Laut einer aktuellen Erhebung leben derzeit rund 6200 Migranten in Duisburg, die Verbände rechnen aber mit einer deutlichen Erhöhung dieser Zahl: "Der Zustrom von EU-Binnenmigranten wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen und nach unserer Einschätzung mit der Einführung der uneingeschränkten Freizügigkeit nach dem 1. Januar 2014 noch weiter anwachsen", so in der Mitteilung, in der auf die Lockerung des EU-Rechts zum kommenden Jahr angespielt wird.

In den Stadtteilen Marxloh und Hochfeld lebt zurzeit der größte Anteil, die Wohlfahrtsverbände warnen jedoch davon auszugehen, dass es sich dabei vor allen Dingen um Roma handle. Die Stadt habe im Kern kein Problem mit Sinti und Roma, es gebe auch eine große Anzahl von Menschen, die "türkische, mazedonische, rumänische oder bulgarische Wurzeln hat".

Desweiteren wurde vorgetragen, dass durch die Arbeiteranwerbung aus dem ehemaligen Jugoslawien, welche Ende der 60er Jahre initiiert wurde, viele Roma nach Duisburg kamen — ohne dass es bemerkt wurde.

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"Es exisitert eine Warteliste für Schulplätze"

Als ein großes Problem sehen die Verbände insbesondere das mangelhafte Schulsystem, das den Migranten keine Chance zu einer besseren Bildung geben würde. "Wir erleben jetzt seit Jahren Neuzuwanderung, ohne dass sich das Schulsystem ausreichend auf diese Situation eingestellt hat. Es exisitiert eine Warteliste für Schulplätze", so die Verbände.

Desweiteren fordern sie die Verbesserung der medizinischen Versorgung der Neuzuwanderer, die Unterstützung bei der Findung von einem angemessenen ausgestattenen Wohnraum und die Information über die Rechte und Pflichten in Deutschland. Somit könnte die Stadt den Zuwanderern den Zugang zu einem legalen Erwerbsleben ermöglichen.

Ein altes Dilemma

Das Thema ist in Duisburg keineswegs unbekannt: In den vergangenen Monaten gab es insbesondere in Duisburg-Hochfeld immer wieder Probleme zwischen osteuropäischen Migranten und Anwohnern. Gleiches gilt aber auch für ein Hochhaus in Bergheim.

Dort eskalierte zwischenzeitlich die Situation, da sich Anwohner beschwerten, dass die größtenteils rumänischen und bulgarischen Zuwanderer das Haus und dessen Umgebung zusehends verdrecken.

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