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Spielwarenladen "Roskothen" in Duisburg: "Die Wünsche sind nicht mehr dieselben"

Spielwarenladen "Roskothen" in Duisburg : "Die Wünsche sind nicht mehr dieselben"

Der Spielwarenladen "Roskothen" ist das älteste Geschäft in ganz Duisburg. Geschäftsführer Boris Roskothen, der auch Vize-Präsident der IHK Niederrhein ist, erzählt im Interview über die Konkurrenz des Online-Versandhandels und die Macht der Medien.

Herr Roskothen, PlayStation-Spiele oder ähnliches findet man in Ihrem Geschäft nicht. Dafür Puppen, Bären und Gesellschaftsspiele. Mit Ihrer Geschäftsphilosophie schwimmen Sie bewusst gegen den Strom — warum?

Boris Roskothen Wir schwimmen nicht unbedingt gegen den Strom, wir bewegen uns bloß nicht nur im "Mainstream", wie man so schön neudeutsch sagt. Unser Ziel ist es am Rande des Trubels schöne Sachen zu präsentieren. Anders gesagt: Wir verkaufen mit Bedacht.

Würden Sie das als eine konservative Geschäftsphilosophie verstehen?

Roskothen Ja, aber wir sind auch offen für Neues. Wir wollen Produkte nicht nur wegen der Marke verkaufen, sie sollen eine gewisse Raffinesse haben. Ich glaube, das erkennt man schnell, wenn man in unseren Laden gefunden hat.

Wie werden Sie denn gefunden?

Roskothen Das ist die große Frage! Größtenteils läuft es über Mund-zu-Mund-Propaganda, aber auch über Social Media und diverse Veranstaltungen.

Ihre Zielgruppe sind vor allen Dingen Kinder: Haben sich die Wünsche der jungen Kunden im Laufe der Zeit geändert?

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Roskothen Ja, die Wünsche sind nicht mehr dieselben. Und nicht nur das: mittlerweile ist ja ein Wunsch auch nicht mehr ein Wunsch. Es ein Befehl zu nennen wäre zu hart, aber die Schenkenden werden stark unter Druck gesetzt. Man sieht etwas in der Werbung und genau das möchte man dann haben. Das ist natürlich von den Medien sehr geschickt gemacht.

Aber das ist ja nicht das einzige Problem: Seit geraumer Zeit wächst auch der Online-Versandhandel. Wie setzt man sich gegen Riesen wie Amazon zur Wehr?

Roskothen Wir geraten dadurch natürlich in den Preisfokus. Unternehmen wie Amazon profilieren sich ja stark über den niedrigen Preis.

Wie erklärt man den Kunden, dass man da nicht mithalten kann?

Roskothen Pauschal kann man das ja noch nicht mal sagen. Teils sind wir sogar billiger. Wenn man an Amazon denkt, ist man verleitet zu glauben, dass dort alles sehr preisgünstig ist. Immer stimmt das natürlich nicht. Wir haben vor allen Dingen einen großen Vorteil: Wir können persönlich und individuell beraten. Das kann der Online-Versandhandel natürlich nicht.

Setzt Ihnen denn die Online-Konkurrenz zu? Anders gefragt: Müssen sie sich darüber häufig Gedanken machen?

Roskothen Ja, natürlich. Wir müssen uns regelmäßig Gedanken machen.

Christoffer Kleindienst führte das Gespräch.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alteingesessene Geschäfte: Das sind Duisburgs Schätze

(jco)