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Duisburg: Die Suche nach der Balance

Duisburg : Die Suche nach der Balance

Am Freitag, 29. Oktober, um 19.30 Uhr, steigt im Theater Duisburg die Premiere der Konzertoper "Phaedra" von Hans Werner Henze. Die Titelpartie verkörpert die charismatische Mezzosopranistin Ursula Hesse von den Steinen.

Mythen sind zeitlos. Auch die antike Fabel von Phaedra, die sich in ihren Stiefsohn Hippolyt verlieben muss, weil dieser die Jagdgöttin Artemis umschwärmt, was die Liebesgöttin Aphrodite wiederum in rasende Eifersucht treibt. In einem Labyrinth aus schuldhaften Verknüpfungen werden zwei Menschen zu Spielbällen der Götter. Aus der Liebe führt der Weg direkt in den Tod. Die bekannteste Gestaltung des Stoffes ist das Theaterstück von Racine aus dem 17. Jahrhundert.

Am kommenden Freitag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr, steigt im Theater Duisburg die Rheinopern-Premiere der Konzertoper "Phaedra" von Hans Werner Henze, 2007 in Berlin uraufgeführt und von der Zeitschrift "Opernwelt" gleich zur "Uraufführung des Jahres" gewählt. Hier jetzt zu erleben im Rahmen des Henze-Projektes der Kulturhauptstadt Europas Ruhr 2010. Eros und Keuschheit, Liebe und Zurückweisung, Natur und Zivilisation sind die großen Themen dieses nach den Worten des Komponisten "kretisch, maritim, urzeitigen" Musiktheaters, für das der 1926 geborene Großmeister der zeitgenössischen Musik eine ebenso faszinierende wie unter die Haut gehende Musik schrieb.

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"Das Stück heißt Konzertoper, ist aber sehr szenisch gedacht und komponiert", betonte die Regisseurin Sabine Hartmannshenn gestern gegenüber der Presse. Sie wolle eine "sehr konkrete und persönliche Erzählung und Interpretation" liefern. Es gehe um die zwei Seiten einer Medaille und wie man die Balance zur Mitte findet. Die Titelpartie sei schwer, aber dankbar, berichtete die charismatische und temperamentvolle Mezzosopranistin Ursula Hesse von den Steinen, die damit ihr Debüt in Duisburg und überhaupt an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg gibt. Nach dem strengen ersten Teil der Oper wird es im zweiten Teil grotesk. Artemis setzt Hippolyts Leiche am Nemi-See bei Rom wieder zusammen. Henze wohnte in dieser Gegend, und hier spiegelt sich sein Krankenhausaufenthalt zwischen der Komposition der beiden Teile (sein Sarg war schon bestellt). Es gibt Zuspielungen von realistischen Klängen wie Gewitter - und Knochensäge.

(RP)