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Duisburg: Die Rampe endet im Nichts

Duisburg : Die Rampe endet im Nichts

Im Vorfeld der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung ist die Diskussion zwischen den Parteien über den behindertengerechten Umbau des Friemersheimer Bahnhofs neu entbrannt. Einig sind sich CDU und SPD jedoch in einem Punkt: Die geplanten Maßnahmen gehen nicht weit genug.

Mit deutlichen Worten kritisiert jetzt auch der Rheinhauser Ratsherr und Vorsitzende des CDU-Ortsvereins, Klaus Mönnicks, den Vorschlag der SPD, eine Holzbrücke mit zwei behindertengerechten Rampen über den Gleisen zu errichten. Ihn irritiert die Art und Weise, wie die Sozialdemokraten ihre Idee untermauert hatten (wie berichtet, hatte sich der Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff in einen Rollstuhl gesetzt, um zu demonstrieren, wie es behinderten Menschen am Friemersheimer Bahnhof ergeht). "Herr Bischof als gesunder Mensch in einem Rollstuhl — unsensibler geht es nicht mehr", schimpft Mönnicks.

"Unüberwindbares Hindernis"

Abgesehen davon sei der Vorschlag auch inhaltlich nicht sinnvoll, denn die Rampe vom Bahnhofstunnel in Richtung Friemersheimer City sei bereits geplant, die entsprechenden Mittel dafür veranschlagt (siehe Infokasten). Zudem löse auch eine Brücke aus Holz nicht das Hauptproblem, das sich für Mönnicks bei der geplanten Rampe stellt: der stark befahrene, ampellose Kreuzungsbereich von Kruppstraße, Kaiserstraße, Windmühlenstraße und Walter-Rathenau-Straße mit seinen hohen Bordsteinen.

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"Dieser ist für die betroffenen Menschen, für die diese behindertengerechte Zuwegung gebaut wird, ein schier unüberwindbares Hindernis", so Mönnicks. Der Kreuzungsbereich müsse — und das solle, um Mehrkosten zu vermeiden, in einem Guss geschehen — behindertengerecht umgestaltet werden, fordert er. "Sonst ist alle Liebesmühe vergebens. Denn im jetzigen Zustand wird es Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, nicht möglich sein, den neuen Zugang zum Tunnel zu nutzen."

Die geplante Rampe sei also nur eine "Teillösung". Und deshalb will die CDU Rheinhausen am 6. November über die Bezirksvertretung hinterfragen, ob Finanzmittel im bezirksbezogenen Haushalt 2009 eingeplant sind, um besagten Kreuzungsbereich komplett barrierefrei umzugestalten.

Eine Sprecherin der Stadt betonte jedoch gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass dies nicht vorgesehen und finanziell auch gar nicht machbar sei. Geplant sei lediglich, im Bereich des Tunneleingangs die Bordsteine abzusenken, Parkplätze für Behinderte einzurichten und Fahrradständer aufzustellen.

(RP)