Duisburg: Die „grüne Oase“

Duisburg: Die „grüne Oase“

Die Siedlergemeinschaft Hüttenwerk Rheinhausen besteht seit mehr als 57 Jahren. Am Rande von Rheinhausen, nah zum Rhein lebt es sich gut. Vor allem Nachbarschaftshilfe wird hier noch groß geschrieben.

Bei einem kleinen Rundgang entfaltet sich ein Bild der Idylle: Die Vorgärten sind liebevoll bepflanzt, die Häuser gepflegt und voller Leben. Dabei ist es so ruhig und friedlich, dass man meint, man wäre auf dem Land – und eben nicht mitten in Rheinhausen.

Die Lebens-Idylle befindet sich ganz genau an den Straßen In der Rheinau, Am Bernschen Hof und In den Werthen, unweit vom Rhein und der Brücke der Solidarität, die Rheinhausen mit Duisburgs Stadtzentrum verbindet. In ihr lebt, arbeitet, und feiert die Siedlergemeinschaft Hüttenwerk Rheinhausen, die im Jahr 1949 gegründet wurde. Eine „grüne Oase“, wie es in der Festschrift, gestaltet unter anderem von Klaus Altemeier und Manfred Borowski, zum 50. Geburtstag heißt, die eine „Quelle der Erholung, Entspannung und des glücklichen Kinderlachens“ ist.

Am 3. April 1948 war zum ersten Mal von ihr die Rede, denn zu diesem Zeitpunkt machte die Hüttenwerk Rheinhausen AG die geplante Gründung einer Wohnsiedlung bekannt. So genannte Siedlerstellen sollten an und auf geeigneten Flächen entstehen, die Größe der Grundstücke betrug etwa 500 Quadratmeter. Allerdings: Wollte man in der Siedlung wohnen, so war die Mithilfe beim Bau der Siedlung eine wichtige Voraussetzung. So griffen die zukünftigen Siedler selbst zu Spaten und Spitzhacke.

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Auch heute noch greifen die Siedler zu den Werkzeugen, allerdings aus rein privaten Gründen. Man hilft sich gegenseitig aus, ist füreinander da und lebt die Geminschaft. „Das ist es auch, was die Siedlung so attraktiv macht“, erzählt Jörg Krieger, der selbst mit seiner Familie seit knapp vier Jahren in der Siedlung lebt und bei der Gemeinschaft als Kassierer tätig ist.

Die Siedler sind mittlerweile so unterschiedlich und vielfältig wie ihre Eigenheime. „Vom Lehrer, über den Rechtsanwalt bis hin zum Arbeiter sind die verschiedensten Berufsgruppen vertreten“, so Krieger. Und der 40-Jährige fügt noch hinzu: „Man bemerkt schon, dass innerhalb der Siedlung ein Wandel stattfindet.“ Vor 50 Jahren sah das nämlich noch ganz anders aus: Damals lebten die Arbeiter des Krupp-Hüttenwerkes noch in den kleinen, beschaulichen Häuschen. Mittlerweile sind sie im verdienten Ruhestand und genießen das Leben in der Siedlung.

Die Gemeinschaft indes wird weiterhin gepflegt: Verschiedene Feste, über das Jahr verteilt, regen den Austausch und den Zusammenhalt an. Auf jeden Fall aber auch das kleine Pläuschchen vor der Haustüre.

(RP)
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