Loveparade: Die Geschichte - von Berlin bis Duisburg

Loveparade: Die Geschichte - von Berlin bis Duisburg

Die erste Loveparade fand in Berlin im Jahr des Mauerfalls statt - 21 Jahre ist das mittlerweile her. Seit dieser Zeit ist einiges um die Technoparade herum passiert. Eine Zusammenfassung der Entwicklungen.

Die Idee zur ersten Loveparade 1989 kam Matthias Roeingh (besser bekannt unter dem Pseudonym Dr. Motte) am Morgen, vor einer Partylocation in Berlin-Kreuzberg. Unter dem Titel "Friede, Freude, Eierkuchen" nahmen 150 Leute an der angemeldeten politischen Demonstration teil.

Während in den ersten beiden Jahren hauptsächlich Technoanhänger aus der Hauptstadt an dem "Liebeszug" teilnahmen, kam es 1991 zum ersten überregionalen Zusammentreffen der verschiedenen bundesweiten Technoszenen mit etwa 6 000 Besuchern.

Die Zahl der Teilnehmer wuchs bis 1995 auf 500 000 an. Die bis dahin gewählte Strecke über den Kurfürstendamm war aufgrund der hohen Besucherzahl in den folgenden Jahren nicht mehr nutzbar. Ab 1996 zog die Parade daraufhin über die Siegessäule zum Brandenburger Tor. Trotz der immensen Beliebtheit und der immer weiter steigenden Teilnehmerzahlen kamen in den Folgejahren die ersten ernsten Probleme auf: Das Müllproblem (Verunreinigungen des Tiergartens) sowie die zunehmende Kommerzialisierung der Veranstaltung sorgten für Streit mit der Stadt Berlin. Die Betreiber der Wagen hatten immer striktere behördliche Auflagen zu erfüllen. Dennoch kam es 1999 zu der Rekordzahl von 1 500 000 Millionen Besuchern in Berlin.

Seit 2001 wird die Veranstaltung nicht mehr als politische Demonstration eingestuft, mit der Folge, dass die Veranstalter für die Reinigung und die Sicherheit der Teilnehmer selbst aufkommen müssen. Dies fiel den Organisatoren vor allem deswegen schwer, weil sie zum einen auf großflächige Werbung auf den Fahrzeugen verzichten wollten und zum anderen immer mehr Sponsoren von einer Teilnahme absahen. 2004 und 2005 fanden keine Paraden mehr statt.

2006 kam es zur bisher letzten Loveparade in Berlin. Die Abschlusskundgebung fand allerdings ohne die Rede von Gründer Dr. Motte statt, der mit dem Konzept der Mitbestimmung seitens der Internetgemeinde bezüglich Wagenauswahl sowie anderen Neuerungen nicht einverstanden war. Dr. Motte unterstützte daraufhin die Fuckparade, eine Gegendemonstration zur Kommerzialisierung der Loveparade, mit einem Redebeitrag.

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2007 wurde die Loveparade umgesiedelt. Aus der Hauptstadt zog die Massenveranstaltung ins Ruhrgebiet. Essen war erster Verantaltungsort. Im Jahr darauf sorgte die Loveparade in Dortmund mit 1 600 000 Teilnehmern für einen neuen Besucherrekord.

Eigentlich sollte die Parade 2009 in Bochum stattfinden. Doch der Bochumer Hauptbahnhof genügte nicht den Sicherheitsansprüchen der Verantalter und der Stadt. Daraufhin fiel die Loveparade im vergangenen Jahr aus.

Doch 2010 findet das Großereignis wieder statt. Am 24. Juli 2010 werden auf dem Gelände der Duisburger Freiheit am Duisburger Hauptbahnhof hunderttausende Technojünger erwartet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Idee zur ersten Loveparade kam Dr. Motte nach einer durchzechten Geburtstagsfeier. Das ist so nicht korrekt. Die Idee kam ihm an einem Morgen vor einer Partylocation in Berlin-Kreuzberg. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unglaublich: Hier findet die Loveparade statt

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