Duisburg: Die Fassade bröckelt

Duisburg: Die Fassade bröckelt

Das Gebäude der Polizeitechnischen Dienste (ZPD) erfüllt besondere ökologische Ansprüche. Aber es leidet auch unter Mängeln. Jetzt muss die komplette Fassade des 90 Millionen Euro Baus ausgetauscht werden.

Wärmedämmend, aber schadstofffrei: Die Isolierung der Fassade des ZPD-Gebäudes am Innenhafen sollte einen besonderen ökologischen Anspruch erfüllen. Waben aus Pappe sollten dabei der besondere ökologische Clou sein. Schon vor der Fertigstellung wurden sie feucht – die Feuerwehr sah durch die geänderte Konsistenz den Brandschutz nicht mehr gewährleistet. Es gab Streitigkeiten über Schadensersatz und eine kleine Anfrage im Landtag, mit der sich der damalige NRW-Bauminister Michael Vesper befassen musste. Ende Oktober 2002 zogen dann rund 600 Bedienstete in das Gebäude. Geplant war der Einzug eigentlich bereits für das Frühjahr 2001.

„Die Fassade hat sich nicht bewährt“, lautet nun die schlichte Feststellung von Jörg Sommerfeld, Sprecher der Polizeitechnischen Dienste. Denn nachdem die Fassade mehrmals nachgebessert wurde, gingen seit einiger Zeit die Gummidichtungen zwischen den einzelnen Fassadenplatten ab. Bevor die Pappwaben wieder nass werden können oder gar Feuchtigkeitsschäden an den Wänden entstehen, entschloss sich der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW jetzt für eine Radikallösung: Die komplette Fassade wird abgenommen und durch eine herkömmliche ersetzt. „Das wird abschnittsweise erfolgen und vermutlich mehrere Monate in Anspruch nehmen“, so Sommerfeld. Ein Gebäudeteil ist bereits für die Arbeiten großflächig eingerüstet worden. Von der federführenden BLB-Niederlassung Duisburg mit Sitz an der Lotharstraße war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Die Kosten für die neue Fassade dürften ziemlich hoch sein. Ansonsten kann Sommerfeld nichts Negatives über das rund 90 Millionen Euro teure Gebäude sagen: „Die Kollegen sind auch durch die Fassadenarbeiten nicht weiter betroffen“, sagt der ZPD-Sprecher.

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Zum Landesamt für Zentrale Polizeitechnische Dienste (LZPD) gehören rund 1050 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten in NRW. Von hier werden Kräfte und Einsätze in besonderen Lagen koordiniert und der zentrale Einkauf für die Polizei des Landes abgewickelt – von der Uniform über Waffen bis hin zu Streifenwagen und Computern. Auch die Erprobung für die neuen blauen Polizeiuniformen wird von hier gesteuert. Die Umsetzung des Digitalfunks bei der Polizei koordiniert das LZPD ebenfalls.

(RP)
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