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Duisburg: Die ewige Deichsanierung

Duisburg : Die ewige Deichsanierung

Seit über zehn Jahren beschäftigen sich Regierung, die Stadt Duisburg und die Anwohner mit der Deichsanierung entlang des Rheinbogens. Fehlende Fördermittel, Gutachten und Verfahren verschoben immer wieder den Beginn.

Landwirt Karl-Heinz Höffges muss seinen Hof in Rheinheim für die Deichsanierung aufgeben. Das weiß er seit über zehn Jahren. Wann die Bagger anrollen, ist jedoch schon genauso lange ungewiss. Der Baubeginn verschiebt sich immer wieder.

 Mit Karl-Heinz Höffges müssen auch die Pferde und die anderen Tiere umziehen.
Mit Karl-Heinz Höffges müssen auch die Pferde und die anderen Tiere umziehen. Foto: Probst, Andreas

Mitte 1990er Wegen der schweren Hochwasser der 90er Jahre ist geplant, dem Rhein mehr Überflutungsfläche zu geben und den Deich zu stabilisieren.

1998 Bis 1998 ist der Deichverband für den Deichschutz verantwortlich. Fast 100 Jahre lang hatten Anlieger und Landwirte selbst für die Sicherheit der Deiche gesorgt. 1998 ist der Deichverband finanziell nicht mehr handlungsfähig. Er kann die Sanierungsmaßnahmen nicht stemmen. Die Stadt springt ein.

Genehmigung liegt vor

Ende 1990er Die offizielle Genehmigung der Deichsanierung durch die Bezirksregierung Düsseldorf liegt vor.

Oktober 2000 Karl-Heinz Höffges kauft das Grundstück und den Betrieb, der seit 1911 von seiner Familie bewirtschaftet wird, von den Rheinisch-Westfälischen Wasserwerken (RWW). Damit möchte er sich vor einer früheren Umsiedlung im Rahmen der Deichsanierung schützen, für die er dann keine Entschädigung bekommen würde.

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Zwar soll der Deich in Höhe des Höffgen Hofes nicht verlegt, jedoch erhöht und saniert werden. Die alten Gebäude auf dem Grundstück würden laut einem Gutachten den Arbeiten nicht Stand halten, so dass der Hof nicht erhalten werden könne.

2001 Die Fachverwaltung im Duisburger Süden prüft die fünf möglichen Varianten, die zur Deichsanierung vorgelegt wurden.

2005 Die Arbeiten in Rheinheim sollen 2007 beginnen. Für die Entschädigung der Bauern in Duisburg und Düsseldorf, die ihre Höfe aufgeben müssen, ist noch keine Lösung in Sicht.

2006 Im Bertolt-Brecht-Berufskolleg findet das Erörterungsverfahren statt. Betroffene können Vorschläge machen und Bedenken äußern, die in den Planungsfeststellungsbeschluss mit einfließen können.

2007 Helmut van Wickeren, damals Zuständiger vom Amt für Wasser- und Kreislaufwirtschaft, verkündet: "Vor 2008 wird keinesfalls mit der Deichsanierung begonnen." Man sei zu optimistisch mit dem Planungsfeststellungsverfahren gewesen, heißt es. Noch immer fehlen die Fördermittel des Landes (Förderung für die Deichsanierung: 52,683 Millionen Euro; Gesamtkosten der Deichsanierung: 57,22 Millionen Euro — Stand Februar 2011) und die Bauherren müssen noch die Grundstücke kaufen.

2008 Im Mai endet die Einspruchsfrist gegen die geplante Deichsanierung. Geplanter Baubeginn ist 2011.

2010 Geplant sei, zunächst den Deichabschnitt von Wittlaer bis Rheinheim zu sanieren, sagt Helmut van Wickeren im Februar. Davon sei der Hof Höffges noch nicht betroffen. Eine Einigung bezüglich der Entschädigung und Umsiedlung zwischen der Stadt Duisburg und Höffges gibt es noch nicht.

2011 Im Januar teilt Waldemar Kesicki, Hochwasserbeauftragter der Stadt Duisburg, mit, dass der Baubeginn des Deiches nun für Ende April 2012 geplant sei. Mit Karl-Heinz Höffges habe man sich geeinigt. Er bekommt ein neues Grundstück rund 400 Meter von seinem alten Hof entfernt. Von den momentan zehn Hektar Land blieben nach der Sanierung nur rund 50 Prozent erhalten.

Baubeginn 2013/2014

2011 Wie Kesicki im Dezember mitteilt, sei geplant, im April 2013 mit den Erdbauarbeiten in Rheinheim zu beginnen. Zunächst müsse eine Kreuzung als Baustellenanbindung an der B 288 errichtet werden. Dies soll im April 2012 geschehen und vier bis sechs Monate dauern.

Im Juli/August wird der Kampfmittelräumdienst das Grundstück überprüfen. Geplanter Baubeginn in Rheinheim: 2013/2014. Mit eventuellen Verzögerungen über die Hochwasserzeit sei zu rechnen. Kesicki geht davon aus, dass man sich bis zum Mai 2012 mit Höffges einigen könne. Sollte die Umsiedlung länger dauern als geplant, bestünde die Möglichkeit, den Hof auszusparen und oberhalb zu beginnen.

(RP)