Deutsche Oper am Rhein: Das Programm 2019/2020 für Duisburg

Spielplan unter Vorbehalt : Ein Spielplan unter Vorbehalt

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg will auch in der kommenden Saison 2019/20 im Duisburger Theater spielen. Ob alles wie geplant umsetzbar ist, ist nach dem Wasserschaden im Stadttheater aber noch unklar.

Am 4. April gab die Rheinoper ihr Spielzeitheft 2019/20 in den Druck – am frühen Morgen des 5. April setzten schließlich 80.000 Liter Wasser aus der bei Wartungsarbeiten ausgelösten Sprinkleranlage das Duisburger Theater unter Wasser. Das Haus ist inzwischen trocken, aber die Untermaschinerie funktioniert noch nicht. Ob und wie hier ab Juni gespielt werden kann, entscheidet sich erst in den nächsten Tagen. Zumindest wurde jetzt bekanntgegeben, was die Rheinoper ab September in Duisburg plant.

Im Opernbereich soll es hier zwei Premieren und drei Übernahmepremieren geben. Zum einen „La Bohème“ von Giacomo Puccini in der Regie von Philipp Westerbarkei, der mit seinen ersten Regiearbeiten an der Rheinoper sowie mit Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ in Coburg gezeigt hat, dass er zu den interessantesten Regisseuren der jungen Generation zählt (Premiere ist am 8. November 2019). Außerdem neu ist der Doppelabend „Young Directors“ mit dem Oratorium „Der Triumph der Zeit“ von Georg Friedrich Händel und dem Operneinakter „Der Kaiser von Atlantis“ von Viktor Ullmann, inszeniert von den jungen Rheinopern-Spielleiterinnen Esther Mertel beziehungsweise Ilaria Lanzino (19. April 2020).

Schon in Düsseldorf gelaufen sind dann das opulente Außenseiterdrama „Pique Dame“ nach Alexander Puschkin von Peter Tschaikowsky, das die erfolgreiche amerikanische Regisseurin Lydia Steier vor der eleganten Kulisse der amerikanischen 1950er Jahre entfaltet (ab dem 28. September 2019) und „Roméo et Juliette“ nach William Shakespeare von Charles Gounod, inszeniert von Philipp Westerbarkei (1. Februar 2020) sowie Richard Wagners Musikdrama „Götterdämmerung“. Das Stück wurde in Duisburg bislang notgedrungen nur konzertant in der Philharmonie Mercatorhalle gespielt. Es soll dann aber mit der Inszenierung von Dietrich Hilsdorf am 17. November 2019 auch endgültig als Oper nach Duisburg kommen.

Von den zwölf Wiederaufnahmen sind vor allem diejenigen fünf interessant, die mindestens eine Spielzeit lang nicht in Duisburg zu erleben waren: Mozarts „Le nozze di Figaro“ in der Regie von Michael Hampe (ab 4. Januar 2020), „Don Giovanni“ in der kürzeren Prager Fassung, inszeniert von Karoline Gruber (27. Februar 2020), Wagners „Lohengrin“ in der aktualisierenden Deutung von Sabine Hartmannshenn (8. März 2020), die erfolgreiche Familienoper „Ronja Räubertochter“ nach Astrid Lindgren von Jörn Arnecke (12. Mai 2020) und Wagners „Der fliegende Holländer“ in der längst zum Klassiker gewordenen Regie von Adolf Dresen (24. Mai 2020).

Im Ballett bringt die letzte Spielzeit von Martin Schläpfer als Künstlerischer Leiter und Chefchoreograph für Duisburg je eine Premiere, Übernahmepremiere und Reprise. Ab dem 6. Dezember 2019 läuft wieder Schläpfers „b.36 – Schwanensee“ nach Tschaikowsky. Am 10. Januar 2020 kommt der dreiteilige Ballettabend „b.42“ heraus, bestehend aus dem Klassiker „Square Dance“ von George Balanchine auf Barockmusik von Antonio Vivaldi und Arcangelo Corelli, der Uraufführung „Symphonic Poem“ von Ballettdirektor Remus Sucheana auf die 2018 von den New Yorker Philharmonikern uraufgeführte sinfonische Dichtung „Metacosmos“ der jungen isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir sowie noch einmal Schläpfers „Reformationssinfonie“ auf die fünfte Sinfonie von Felix Mendelssohn.

Am 4. April 2020, schon knapp einen Monat nach der Premiere in Düsseldorf, kommt der vierteilige Ballettabend „b.43“ nach Duisburg. Er enthält unter anderem die „Siebte Sinfonie“ von Uwe Scholz nach Ludwig van Beethoven.

Infos und Karten gibt es am einfachsten unter www.operamrhein.de im Netz.

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