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Duisburg: Der schöne Niederrhein in vier Büchern

Duisburg : Der schöne Niederrhein in vier Büchern

Vier lesenswerte Neuerscheinungen des Duisburger Mercator-Verlags befassen sich mit dem Niederrhein und Duisburg. Die Spannweite der Taschenbücher reicht dabei von Krimi bis Kabarett.

Im Duisburger Mercator-Verlag sind vier Taschenbücher neu erscheinen, die sich vor allem mit dem Niederrhein befassen, aber auch mit Duisburg. Alle vier Bücher sind lesenswert.

Niederrhein bedeutet: Kühe, Kopfweiden und Alleen. Städte, die Geschichte atmen. Ein flaches Stromland, das auf den ersten Blick fast nur aus Himmel zu bestehen scheint. Niederrhein bedeutet aber auch: Mord und Totschlag. Diesmal in Neukirchen-Vluyn, und das auch noch im örtlichen Museum. Leo van den Boom, genannt "Boomi", Heimatforscher, Antiquar, Gelegenheitsdetektiv und Freund der Museumsleiterin, ermittelt in einem Mordfall rund um einen Säbel aus napoleonischer Zeit, eine Freimaurerloge und einen mysteriösen Mörder. "Der Säbel des Franzosen" bildet den Auftakt zu einer Krimireihe von Franjo Terhart, in deren Mittelpunkt die Figur des Detektivs Leo van den Boom steht. Die Erzählungen spielen am Niederrhein und führen den Leser auf Spuren niederrheinischer Geschichte aus napoleonischer und römischer Zeit sowie der jüngeren deutschen Geschichte. Der 1954 in Essen geborene Franjo Terhart ist seit 1991 Kulturbeauftragter der Stadt Neukirchen-Vluyn, er schrieb bereits über 70 Romane und Sachbücher. Mit seinem ersten Kriminalroman reiht sich der renommierte Autor würdig in die Welle der Regionalkrimis ein. Und das auf hohem Niveau, zur Aufklärung des Falls trägt unter anderem Theodor Fontane bei.

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Manchmal haben sich am Niederrhein geheimnisvolle und fantastische Geschehnisse abgespielt, manche schon vor langer Zeit, manche erst kürzlich. 15 solcher Geschichten erzählt der von Bartholomäus Figatowski herausgegebene Band "Nebel über der Niers", von 15 Autoren vom Niederrhein und anderswo. In "Pandoras Krug" fördert das Niedrigwasser des Rheins bei Kleve eine griechische Pelike (Sonderform der Amphore, mit einem festen Standfuß) zutage, an der Hinweistafeln angebracht sind, die eindringlich vor dem Öffnen warnen. Doch die Neugier bei den Archäologen obsiegt — mit unheilvollen Folgen. In "Bolzen Alt" hat das von Zwergen auf dem Hülser Berg gebraute Bier ungeahnte Auswirkungen auf das (Liebes-)Leben des jungen Dennis. Und in Kevelaer wird ein kleiner Junge am Karsamstag Opfer eines schönen weiblichen Vampirs.

Eher heiter erscheinen dagegen die Kurzgeschichten "Frau Edeka macht Mittag" der 1970 in Essen geborenen Andrea Reichert. Dirk kriegt nichts geregelt. Seine Wohnung versinkt im Chaos. Als Vater ist er ein Totalausfall. Das sagt jedenfalls seine Ex. Doch dann passiert es. Dirk kauft sich ein Regal. Marie macht wieder mal den Test. Schwanger oder nicht? Sie hat alles probiert. Aber was, wenn es niemals klappt? Soll sie noch länger hoffen oder sich lieber gleich einen Hund anschaffen? Und was wird aus Vivien, die so gerne Wodka trinkt und plötzlich das Jugendamt im Haus hat? Die Geschichten von Andrea Reichert erzählen vom Glück und Unglück des Familienlebens, von Zusammenhalt und von Verletzungen, von Zuneigung und jeder Menge Wut im Bauch. Aber sie tun das in der festen Überzeugung, dass ohne die Familie alles noch viel schlimmer wäre.

Wirklich witzig wird es mit "Wie sollet sein?" In lockerem Wechsel von kurzen Prosatexten, Gedichten und Liedern verrät Okko Herlyn Erheiterndes und unbedingt Wissenswertes über den Niederrhein und Duisburg. Zum Beispiel erklärt der 1946 geborene Autor und Kabarettist, der lange Jahre Gemeindepfarrer in Duisburg-Wanheim war: Rumelner und Kaldenhausener, die lieben sich heiß und innig. So wie Israelis und Palästinenser.

(hod)