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Duisburg: Der Protest geht weiter

Duisburg : Der Protest geht weiter

Die Kirchengemeinden im Dekanat Hamborn protestieren ideenreich gegen Schließungspläne.

Der Ruhrbischof kann sich über mangelnden Lesestoff dieser Tage nicht beschweren. Die Initiative "Rettet St. Barbara – Kein Kirchenkahlschlag im Duisburger Norden" gibt keine Ruhe. Mehr als 5000 Unterschriften, Dutzende Kinderzeichnungen und persönliche Briefe sind das Ergebnis der knapp dreiwöchigen Kampagne gegen die geplanten Kirchenschließungen im Duisburger Norden.

Angelika Hoffmann wird mit einer Delegation aus St. Barbara und St. Norbert das Protestpaket persönlich an den Bischof übergeben. Für Anfang Dezember rechnen die Hamborner Katholiken dann mit der Entscheidung. Bis dahin sollen die Proteste mit unverminderter Intensität weitergehen. So wurde am Donnerstag das Protest-T-Shirt der Initiative vorgestellt. Das Hemd, das zum Preis von rund zehn Euro unter anderem auf dem Röttgersbacher Weihnachtsmarkt verkauft wird, soll den Gemeindemitgliedern helfen, im Kampf um ihre Kirchen Flagge zu zeigen. Die Aktivisten planen, mit den T-Shirts bekleidet in größeren Gruppen Gottesdienste in anderen Gemeinden des Bistums zu besuchen, insbesondere im Essener Münster. Durch diese Aktion sollen andere Katholiken auf die ihrer Ansicht nach untragbaren Pläne des Bistums für den Duisburger Norden aufmerksam gemacht werden. Ziel ist auch, den Protest ins Herz des Bistums, direkt in die Kathedrale des Bischofs zu tragen.

Am 3. und 4. Dezember wollen Aktivisten aus St. Barbara außerdem ihre Kirche für einen Tag und eine Nacht besetzen. Um 15.30 Uhr startet ein Demonstrationszug an der Kirche St. Barbara, Fahrner Straße 60/Ecke Ziegelhorststraße. Er zieht durch den Röttgersbach und mündet in einer Abschlusskundgebung auf dem Kirchplatz. Anschließend wird es in der Kirche ein Programm mit Liedern, Kindertanzvorführungen und Lesungen geben. Die Aktivisten rechnen nach den Erfahrungen der zurückliegenden Aktionen mit mindestens 300 Teilnehmern. Nach dem Gottesdienst werden die Jugendlichen der Gemeinde in der Kirche ihre Schlafsäcke ausrollen und dort übernachten. Am nächsten Morgen sind alle Bürger eingeladen, mit den Aktivisten bei Bratwurst, Glühwein und Stuten den St. Barbara-Tag zu feiern. Dabei sei auch diese Aktion ausdrücklich als gemeinsame Veranstaltung von St. Barbara und St. Norbert zu verstehen, betont die Initiative.

(RP)