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Duisburg: Der Nutzen übersteigt die Kosten

Duisburg : Der Nutzen übersteigt die Kosten

Zehn Jahre Euro – für den städtischen Bürgerservice "Europe Direkt" ein Anlass, um gemeinsam mit dem Mülheimer Unternehmertreff, der GFW Duisburg und der Europa Union Duisburg im voll besetzten Veranstaltungssaal der Volksbank Rhein-Ruhr ein Podiumsgesprächzu führen.

Zehn Jahre Euro — für den städtischen Bürgerservice "Europe Direkt" ein Anlass, um gemeinsam mit dem Mülheimer Unternehmertreff, der GFW Duisburg und der Europa Union Duisburg im voll besetzten Veranstaltungssaal der Volksbank Rhein-Ruhr ein Podiumsgesprächzu führen.

Mit Prof. Dr. Ansgar Belke von der Universität Duisburg-Essen, den Mitgliedern des Europäischen Parlaments Jorgo Chatzimarkakis (FDP) und Sven Giegold (Bündnis 90 / Grüne), Ulrich Peine von der Volksbank und Dr. Christian Thimann, Berater des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, hatten die Veranstalter ein hochkarätig besetztes Podium.

Bankvorstand Carsten Soltau erwähnte bei der Begrüßung des Euros an das "Starterkit", das damals 10,23 Euro enthielt und dem Wert von 20 Mark entsprach: "Davon habe ich noch eines zu Hause". Bürgermeister Benno Lensdorf erinnerte sich ebenfalls noch gut an die ersten Tage mit der neuen Währung. "Von dem neuen Geld habe ich mir in einer Konditorei in Ruhrort ein Stück Kuchen gegönnt."

Prof. Ansgar Belke, der die Situation aus dem wissenschaftlichen Blickwinkel beleuchtete, erwähnte die Vorteile für die europäischen Volkswirtschaften, die der Währungsunion zu verdanken waren. Dazu zählte er den Wegfall der Wechselkursschwankungen und der Währungstransferkosten (40 Milliarden). Das Volumen des Außenhandels habe sich erheblich durch den größeren Währungsraum erhöht. Insgesamt sorge der größere Markt für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit. "Der Nutzen übersteigt bei weitem die Kosten", so Belke. Er verhehlte aber auch die Fehlentwicklungen nicht und erinnerte daran, dass Deutschland bis zum Jahr 2005 selbst der "kranke Mann Europas" war. Erst die Maßnahmen der Regierung Schröder mit der "Agenda 2010" hätten Deutschland wieder auf Kurs gebracht.

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Das Dilemma Europas sieht er in den wirtschaftlichen Ungleichgewichten zwischen den einzelnen Mitgliedsländern. Aufhorchen ließ dabei seine These, dass Überschussländer genauso zu sanktionieren seien wie Defizitländer, weil beide Extreme kontraproduktiv für eine gesunde Entwicklung im europäischen Raum seien.

Dr. Thimann (EZB) verwies darauf, dass die Inflationsrate im Euro-Raum bisher bei zwei Prozent liegt, ein Wert, den es zum Beispiel zur Zeiten der Deutschen Mark über so einen langen Zeitraum nicht gegeben hat. Der grüne Europa-Politiker Sven Giegold warnte vor einem wirtschaftlichen Rückschritt in Europa: "Freuen darüber würden sich höchstens die Chinesen, Inder und Amerikaner". Das Podium war sich einig, dass die Ursachen der heutigen Probleme darin zu suchen sind, dass viele Länder, besonders die südeuropäischen, nach der Schaffung des Euro-Raumes an billiges Geld auf dem Kreditmarkt gekommen sind. Dadurch seien unter anderem auch die Immobilien-Blasen wie in Spanien entstanden, die letztlich die Probleme verschärft hätten.

Obwohl viele Themen nur angerissen wurden und nicht ausdiskutiert werden konnten, war man sich unter den Diskussionsteilnehmern einig, dass neben dem Sparen nun aber auch in den entsprechenden Ländern investiert werden müsse, um aus den derzeitigen Turbulenzen heraus zu kommen. Die Probleme sind zu lösen, auch wenn es noch schwierig werden wird, war die einhellige Meinung der Diskutanten. Ein Scheitern des Euros sah niemand.

(pol)