Duisburg: Der "Kleine Prinz" in Wort und Orgelklang

Duisburg: Der "Kleine Prinz" in Wort und Orgelklang

Rumeln-Kaldenhausen Die Zuschauer wurden auf eine Reise in die innerste Welt des "Kleinen Prinzen" entführt. "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar": Diese wohl bekannteste Weisheit von Antoine de Saint-Exupéry war am Sonntag Motto des Kulturtreffs Alte Dorfschule Rumeln: In der Evangelischen Kirche Rumeln wurden Improvisationen zum "Kleinen Prinzen" geboten.

Peter Lufen vom Kulturtreff las ausgewählte Auszüge aus Saint-Exupérys Erzählung und wurde dabei von Jürgen Kuns, dem Kantor und Chorleiter der Kirche, an der Orgel begleitet. Themen waren neben dem Wesen des Prinzen auch seine Liebe zur Rose und die Begegnung mit dem Fuchs.

Musik erzählt die Geschichte neu

Lufen und Kuns wollten das Publikum mit einer Kombination aus Worten und Musik an den "Kleinen Prinzen" heranführen. "Wir haben im Vorfeld auch nur einen groben Ablaufplan erstellt. Die Textauszüge standen zwar schnell fest, aber das Orgelspiel wird gleich ganz spontan entwickelt", kündigte Lufen zu Beginn des Abends an. "Genau diese musikalische Improvisation ist das Spannende heute Abend."

Kuns' Orgelspiel war demnach kein Lückenfüller zwischen den Textauszügen, sondern erzählte sie ein zweites Mal – eben mit Musik statt Worten. Zu Beginn eher langsam und nachdenklich, wurde sie mit der Zeit immer eindringlicher.

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Erkenntnis in der Bedrängnis

Besonderen Wert legten Lufen und Kuns darauf, den Zuschauern den Weg nach innen und den Blick auf das Wesentliche vor Augen zu führen. So erzählte Lufen, wie der Autor Saint-Exupéry den "Kleinen Prinzen" kennen gelernt habe: Nachdem er mit seinem Flugzeug in der Wüste notlanden musste, habe er ihn zwischen Hoffen und Bangen im Gespräch mit sich selbst gefunden.

Auch die Zuschauer wurden aufgefordert, mit dem Herzen zu suchen: Sie wären überrascht, was sie dann finden könnten. So nahm das Publikum mit der Erinnerung an einen gelungenen Abend auch noch eine Empfehlung fürs Leben mit nach Hause.

Anlass für das Programm boten zwei Jubiläen. Dieses Jahr wird nicht nur der 110. Geburtstag von Antoine de Saint-Exupéry gefeiert, sondern auch der 60. seiner Erzählung "Der kleine Prinz".

(RP)