Duisburg: Der Herbst und seine glitschigen Tücken

Duisburg : Der Herbst und seine glitschigen Tücken

Für Autofahrer wird es Zeit, die Winterreifen aufzuziehen und für Hobbygärtner, empfindliche Pflanzen aus dem Freien ins Haus zu holen. Auch Laubfegen ist nun wieder angesagt.

Spätestens beim Blick auf den Kalender dürfte kein Zweifel mehr daran bestehen, dass uns der Herbst erreicht hat. Stellenweise liegt bereits Laub auf Straßen und Gehwegen. Und ohne Jacke oder Mantel ins Freie zu gehen, ist nicht mehr wirklich ratsam.

Foto: choja/istock

Laubsammlung Die Wirtschaftsbetriebe beginnen damit am 16. Oktober. Täglich von sechs bis 22 Uhr werden die Duisburger Straßen von Laub befreit. An welchen Tagen in den einzelnen Bezirken diese geschieht, kann unter www.wb-duisburg.de eingesehen werden.

Foto: Matzerath Ralph

Gehwegreinigung Für die Beseitigung des Laubs auf dem Gehweg ist in der Regel der Anlieger/Eigentümer verantwortlich. Die Blätter können in handelsübliche Müllsäcke, die offen und durchsichtig sind, verpackt werden. Sie werden von den Wirtschaftsbetrieben abgeholt oder können kostenfrei bei den vier Duisburger Recyclinghöfen abgegeben werden. Der Pressesprecher der Wirtschaftsbetriebe, Volker Lange, erklärt: "Was man auf gar keinen Fall machen sollte, ist, die Blätter in die Rinnsteine zu fegen. Sonst verstopfen die Gullis."

Garten Lutz Höhlenhagen vom Gartencenter Schlößer weiß, wie man seinen Garten winterfest macht. Kübelpflanzen sollte man in die Wohnung holen oder in windgeschützte Ecken stellen. Allerdings darf es dort nicht zu warm sein. "Wichtig ist, die Stauden runter zu schneiden.", erklärt der Gartenexperte. Sie trockneten oberirdisch ab. Die Wurzeln überlebten den Winter. Oft seien die Pflanzen nach dem Winter durch Trockenheit geschädigt, so Höhlenhagen. Also: das Gießen im Winterquartier nicht vergessen. Laub könne man ruhig vereinzelt liegenlassen. Davon profitierten Kleintiere. Während Kamelien in den Halbschatten umgepflanzt werden müssten und reichlich Wasser bräuchten, benötigten laublose Gehölze kaum Wasser. Denn ohne Blätter verdunsten sie weniger Flüssigkeit. "Mediterrane Sommerpflanzen überleben kaum", sagt Höhlenhagen.

Straßendienst Die Duisburger Wirtschaftsbetriebe sind bereits jetzt für den Winter gerüstet. Im vergangenen Winter sind 2.300 Tonnen Streusalz verbraucht worden. Nun sind noch 5.500 Tonnen Streusalz auf Lager. "Je nach der Stärke des Winters, haben wir die Option, noch etwas nachzubestellen", erklärt Volker Lange.

Axel Nowack, Leiter der TÜV-Station in Rheinhausen, gibt hilfreiche Tipps, worauf Autofahrer nun achten sollten, wollen sie gut durch Herbst und Winter kommen:

Reifenwechsel Generell ist man zwar nicht dazu verpflichtet, die Reifen in einem bestimmten Zeitraum zu wechseln. "Die Winterreifenpflicht gilt jedoch situationsabhängig. Das bedeutet, dass Fahrer diese aufziehen müssen, sobald sie die Fahrt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder auch Reifglätte antreten wollen", sagt Axel Nowack Wie bei allen Reifentypen gelte eine minimale Profiltiefe von 1,6 Millimetern. "Allerdings empfehle ich, bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern nicht zu unterschreiten." Bisher konnte man die Winterreifen unter anderem an dem Kürzel M+S erkennen. Alle Reifen, die mit diesem Kürzel gekennzeichnet sind und vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, gelten nur noch bis zum 30. September 2024 als wintertauglich. Pneus, die ab Januar 2018 hergestellt werden, tragen das "Alpine-Symbol", eine Schneeflocke, und sind auch über das Ablaufjahr hinaus gültig.

Beleuchtung Die fortschreitende Automatisierung von Funktionen erleichtert Autofahrern vieles. Eine dieser Funktionen ist das Automatiklicht, das sich selbstständig auf Helligkeit und Dunkelheit einstellt und dem Fahrer so das An- und Ausschalten des Abblendlichts erspart. "Beim Automatiklicht schalten sich Sonderleuchten wie Nebelschlusslicht und Nebelscheinwerfer aber nicht automatisch an", warnt Axel Nowack. Ist es tagsüber neblig, schaltet das System das Abblendlicht ab und lediglich die Tagfahrleuchten bleiben eingeschaltet. Das Fahrzeug ist so noch schlechter zu sehen, da die Nebelleuchten im Automatikmodus nicht aktiviert werden. "Bei Nebel sollte man deshalb unbedingt vom Automatikmodus auf das normale Abblendlicht umschalten", sagt der TÜV-Experte. Erst ab einer Sichtweite unter 50 Metern darf das Nebelschlusslicht angeschaltet werden.

Laubprobleme Die fallenden Blätter erfordern mehr Fahrzeugpflege. "Blätter und Schmutz von den Bäumen können zwischen Windschutzscheibe und Motorhaube landen. Dort verstopfen sie die Öffnungen, durch die normalerweise das Regenwasser abläuft", erklärt Axel Nowack. Über die Lüftung könne die Feuchtigkeit dann in den Innenraum des Wagens geraten. Im schlimmsten Fall entstehe dadurch sogar Schimmel. Geraten Schmutz und Feuchtigkeit in den Motorraum, könnten sie außerdem zur Entladung der Batterie beitragen. "Deshalb sollte man das Kunststoffgehäuse und die Batteriepole mit einem Antistatik-Tuch sauber halten und das Laub unter der Motorhaube entfernen." Aus Sicherheitsgründen sollte man die Verbindung zwischen der Batterie und dem Fahrzeug vor der Reinigung trennen.

Winterpause Viele Halter schicken ihre Fahrzeuge in den Winterschlaf. "Lange Standzeiten können den Reifen schaden", so Nowack. "Daher sollte man das Fahrzeug möglichst aufbocken." Um Risse in der Lederausstattung oder an den Gummidichtungen vorzubeugen, sollte man diese mit entsprechenden Pflegeprodukten behandeln. Ob der Tank während der Einlagerung befüllt sein sollte, hänge vom Material ab: Blechtanks fülle man über den Winter komplett mit Kraftstoff, um Kondenswasser zu vermeiden. "Kunststofftanks sollten hingegen möglichst restlos geleert werden, da sonst das Benzin durch die Tankwände diffundieren kann", sagt der Stationsleiter. Um die Batterie zu schonen, sollte sie vom Fachmann ausgebaut und an einem trockenen Ort gelagert werden.

Rutschgefahr Wer schon früh morgens auf den Straßen unterwegs ist, sollte bereits im Herbst auf rutschige Fahrbahnen durch Frühfrost gefasst sein. "Durch die kalten Temperaturen in der Nacht und die Feuchtigkeit des morgendlichen Raureifs, kann es besonders an schattigen Stellen glatt auf den Straßen sein", sagt Axel Nowack. Laub auf der Straße verstärke diesen Effekt.

Wildwechsel Im Herbst beginnt die Paarungszeit von Hirschen und Wildschweinen. Für Autofahrer bedeutet das erhöhte Unfallgefahr, denn besonders in der Dämmerung morgens und abends kreuzt Wild oft plötzlich die Straße. Gerade an Waldrändern und Feldern ist deshalb Vorsicht geboten. Steht ein Tier auf der Fahrbahn, sollte man nur dann stark bremsen, wenn dadurch kein Auffahrunfall entstehen kann. Ist die Straße hinten frei, sollten Fahrer bremsen, hupen und abblenden, um das Wild zu verschrecken. Sollte ein Wildunfall passieren, muss umgehend die Polizei oder der Jagdpächter informiert werden.

Blendende Aussichten Scheibenwischer nutzen ab und verdrecken. Dadurch hinterlassen sie Schlieren auf der Scheibe und trüben die Sicht. Deshalb sollte immer darauf geachtet werden, dass die Gummilippen der Scheibenwischer in einwandfreiem Zustand sind.

(RP)
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