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Duisburg: Der erste große Streik des Jahres droht

Duisburg : Der erste große Streik des Jahres droht

Duisburgs IG Metaller sollen in einem Mitgliederentscheid darüber abstimmen, welche Schritte im den Tarifstreit nun folgen sollen. Heute wird das Ergebnis bekannt gegeben.

Die Duisburger IG-Metall wird heute Vormittag bekanntgeben, wie und ob sich die Beschäftigten in der Duisburger Metall- und Elektroindustrie zur Ausweitung der bisherigen Warnstreiks ausgesprochen haben. Sie wurden dazu gestern befragt. Auf der Grundlage des Ergebnisses wird die Gewerkschaft dann weitere Aktionen planen. Möglicherweise kommt es noch in dieser Woche zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen.

Thomas Kennel, stellvertretender IG-Metall-Geschäftsführer, will diesem Mitgliedervotum nicht vorausgreifen. Aber die bereits durchgeführten Warnstreiks deuteten sehr deutlich daraufhin, dass die Belegschaften motiviert sind. "Wir hatten bei jedem Mal eine hohe Beteiligung", so Kennel. In Duisburg gab es in der ersten Stufe Warnstreiks bei Grillo und Siemens. In der vergangenen Woche folgte Stufe zwei mit mit einem Demonstrationszug und einer Kundgebung in Hochfeld. Die nun anstehende dritte Stufe sieht 24-Stunden-Streiks vor.

Alle Beteiligten wüssten, dass die Wirtschaftslage in der Metall- und Elektroindustrie gut sei, so Kennel. Dass die Beschäftigten daran teilhaben wollen, ist aus Sicht des Gewerkschaftssprechers absolut nachvollziehbar. Die Forderungen der IG Metall seien daher keineswegs überzogen.

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Die Gewerkschaft kämpft für sechs Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern wurden in der vergangenen Woche ergebnislos abgebrochen. In Duisburg arbeiten noch rund 7000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie, vergleichsweise wenig mit Blick auf die Stahlindustrie, "Da haben wir allein rund 18.000 Mitglieder", so Kennel. In der Vergangenheit waren Tarifverhandlungen bei den Metallern oft richtungsweisend für andere Branchen, hier in Duisburg vor allem für den Stahl. Das sieht Kennel derzeit nicht mehr. "Man muss da heute sehr differenzieren", sagt er. Die wirtschaftliche Lage und die Strukturen der beiden Branchen könne man nicht mehr vergleichen.

Der IG Metall-Sprecher ist sicher, dass mit besserer Bezahlung und besseren Arbeitszeiten dem Fachkräftemangel in der Metall- und Elektronindustrie wirkungsvoll begegnet werden kann. Wer neue Mitarbeiter gewinnen wolle, "muss gut bezahlen und attraktive Arbeitszeiten anbieten", so Kennel.

"Wir haben in unserer Branche die höchsten Löhne und die niedrigsten Arbeitszeiten. Ein Streik wäre deswegen vollkommen daneben", meint hingegen Wolfgang Schmitz. Der Hauptgeschäftsführer des hiesigen Unternehmerverbandes Metall Ruhr-Niederrhein hält den drohenden Streik für "geradezu absurd". Wie solle man Unternehmen davon überzeugen, sich dem Flächentarifvertrag anzuschließen, "wenn in einer solchen Situation gestreikt wird?", fragt Schmitz. Die Arbeitnehmer anderer Branchen hätten allzu gerne die Probleme der Metall- und Elektroindustrie, in der die Beschäftigten eine 35-Stunden-Woche hätten und im Jahresdurchschnitt bereits über 56.000 Euro verdienten. Die IG Metall müsse jetzt "zu Maß und Mitte zurückfinden. Die geforderte 28-Stunden-Woche ist ungerecht und niemandem vermittelbar", so Schmitz. Es müsse eine Lösung am Verhandlungstisch möglich sein, bevor Streiks vollkommen unnötige Schäden anrichteten.

(RP)