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Duisburg: Dem TaM droht der Abriss

Duisburg : Dem TaM droht der Abriss

Die Erweiterung der Küppersmühle bleibt für die Gebag ein Problem. Doch genau so drängend ist die Frage, was ab Januar mit dem Theater am Marientor geschehen soll. Inzwischen wird sogar ein Abriss nicht mehr ausgeschlossen.

Kein Tag bei der Duisburger Wohnungsbaugesellschaft Gebag, an der nicht über die Krisenlage des Unternehmens verhandelt und diskutiert wird. Wie berichtet ist die städtische Gesellschaft in Schieflage geraten. Insider sehen den Grund dafür vordringlich in Geschäftsaktivitäten, die die Gebag im Auftrag der Stadt übernehmen musste.

So im Fall des Museums Küppersmühle und des Theaters am Marientor. Übereinstimmend heißt es allerdings aus Unternehmenskreisen, dass sich die Gebag-Mieter keine Sorgen machen müssen, in den Strudel zu geraten. Dieser Teil der Geschäftsaktivitäten gilt als sicher und gut aufgestellt. Das soll auch dem Untersuchungsbericht zu entnehmen sein, den derzeit im Unternehmen tätige Gutachter bis Ende September abschließend vorlegen werden.

Bis dahin könnte zumindest in Bezug auf die Küppersmühle der Druck auf das Unternehmen etwas kleiner geworden sein. Vom Wohlwollen der Sponsoren (Evonik und die Erbengemeinschaft Ströher) hängt ab, wie die finanziellen Belastungen für die Gebag bis zur Fertigstellung des Erweiterungsteils unterm Strich aussehen werden. Grundsätzlich sind beide Partner wohl daran interessiert, dass das Projekt wie geplant auf das Dach der Küppersmühle aufgesetzt wird. Was schon mehrfach angedeutet wurde, gilt inzwischen als sicher: Eine Renovierung des schadhaften Anbauteils ist teurer als ein neues Stahlgerippe. Darum soll es auf dem Schrott landen.

Büffeln vor der Bühne

Während sich bei der Küppersmühle eine Lösung andeutet, steht die Zukunft des Theaters am Marientor in den Sternen. Fakt ist, dass die Duisburger Marketing Gesellschaft das Haus noch bis zum Jahresende für Veranstaltungen vermietet. Doch ab 1. Januar 2012 wird sie sich dort nicht mehr engagieren. Laut Ratsbeschluss ist die Gebag gehalten, für das schöne Theaterhaus einen Pächter oder Käufer zu finden, der das Gebäude weiterhin für kulturelle Zwecke nutzt.

Ein erster Anlauf mit einem Investor aus Ostdeutschland, der einen Musicalbetreiber mitbrachte, war bekanntlich gescheitert, weil ihm zuletzt das nötige Geld fehlt. Interesse hat er an dem Haus nach wie vor. Um keine Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen, wird derzeit europaweit nach einem Käufer beziehungsweise Mieter Ausschau gehalten.

Parallel dazu gibt es Überlegungen, die Universität anzusprechen, die spätestens in zwei Jahren — wenn die 13er- und 12er-Abiturjährgänge gleichzeitig ins Studium drängen — Kapazitätsprobleme bekommen dürfte. Die UDE könnte beispielsweise das Theater anmieten, um im Zuschauerraum und in den Nebenräumen Hörsäle unterzubringen. Ob das TaM eine solche Funktion erfüllen könnte und bei der UDE Interesse besteht, soll bald geklärt werden.

Solange sich das Theater im Besitz der Gebag befindet, muss sie die laufenden Kosten decken und Geld für die noch fälligen Hypotheken aufbringen. Wegen der finanziellen Schieflage des Unternehmens und vor dem Hintergrund der Kosten für die bauliche Unterhaltung wird inzwischen auch ein Verkauf an einen Investor, der das Theater abreißen lässt, weil er nur an dem Grundstück interessiert ist, nicht mehr ausgeschlossen.

Ebenso wie die Vermietung an die UDE wäre aber auch ein solcher Schritt nur möglich, wenn der Rat der Stadt nicht länger darauf beharrt, dass das TaM auch künftig kulturell genutzt werden soll.

(RP/rl)