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Duisburg: Deichsanierung verzögert sich erneut

Duisburg : Deichsanierung verzögert sich erneut

Eigentlich sollten die Arbeiten bereits im Herbst vergangenen Jahres starten. Doch Grundstücksangelegenheiten sorgten dafür, dass die Ausschreibung erst jetzt erfolgen kann.

Im Frühjahr vergangenen Jahres war zwischen Mündelheim und der Krefelder Rheinbrücke eine neue Kreuzung gebaut worden. Sie wurde notwendig, um die großen Baumaschinen, die bei der anstehenden Deichsanierung eingesetzt werden sollen, zum Sanierungsgebiet zu bringen. Im Herbst 2013, so hieß es damals, sollten dann die eigentlichen Sanierungsmaßnahmen am Deich beginnen. Doch bis heute sind die Laster ausgeblieben und auch die Sanierungsmaßnahmen haben noch längst nicht begonnen.

Das hatten auch die Bezirksvertreter der CDU im Duisburger Süden bemerkt und in der vergangenen Sitzung einen Antrag gestellt. Vor dem Hintergrund der weitgehend eingestellten Instandhaltungsmaßnahmen am alten Deich und den häufigen Überschwemmungssituationen bundesweit an den Strömen sei eine schnellstmögliche Realisierung der neuen Deichanlagen zum Schutz der Bürger im Duisburger Süden zwingend erforderlich. "Die Politik vor Ort und die Bürgerschaft fordern daher Informationen bezüglich der Gründe für die aktuellen Verzögerungen und der Maßnahmen, die eingeleitet werden, um den notwendigen Deichneubau jetzt unverzüglich zu beginnen", hieß es in dem Antrag, der in der nächsten Sitzung am 20. März beantwortet werden soll.

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Die monatelangen Verzögerungen begründet Werner Kesicki, beim Amt für Umweltschutz zuständig für den Deich, mit Grundstücksangelegenheiten. "Wir haben vom Umweltministerium die Vorgabe, die Deichsanierung ohne Enteignungen durchzuführen", sagte er auf Anfrage der RP. Dies bedeute, dass Land gekauft werden musste, um dieses mit betroffenen Grundstückseigentümern zu tauschen. Laut Kesicki seien die Grundstücksangelegenheiten sehr umfangreich gewesen. "Doch jetzt sind wir soweit. Jetzt können wir die Arbeiten für den ersten Sanierungsabschnitt europaweit ausschreiben", sagte er.

Spätestens bis zum 1. August soll dann mit den Arbeiten begonnen werden. Dazu werden die Bauwege von der B 288 in Mündelheim bis Wittlaer für die Baumaschinen ausgebaut. Die ersten Sanierungsarbeiten werden dann vom Aschelöksken in Wittlaer bis zum Gelände des TuS Mündelheim erfolgen. Im Winter soll dann der zweite Abschnitt mit dem Bau einer Spundwand auf Düsseldorfer Gebiet begonnen werden. Zuvor müssen im Herbst nördlich der B 288 zwei dort verlaufende Leitungen noch weiter nördlich verlegt werden, um Platz für den Brückenbau zu machen, mit dem im nächsten Jahr begonnen werden soll.

Damit rückt der Zeitplan der Fertigstellung noch einmal weiter nach hinten. Im vergangenen Jahr war Kesicki noch davon ausgegangen, dass die Arbeiten am Mündelheimer Rheindeich wohl bis mindestens 2018 dauern würden. Jetzt muss man mindestens noch einmal ein Jahr drauf rechnen. In Mündelheim soll der Deich dann knapp 500 Meter ins Landesinnere verlegt werden.

Rund 13 Jahre ist es jetzt her, dass die politischen Gremien die Deichverlegung in der jetzigen Form beschlossen haben. Zuvor gab es fünf Jahre lang ein ständiges Hin und Her darüber, welche der Varianten denn zum Zuge kommen sollte. Seitdem gab es immer wieder Verzögerungen. Im Jahr 2003 ging der ehemalige Deichgräf noch optimistisch davon aus, dass mit den Sanierungsarbeiten im Jahr 2006 begonnen werden könnte. Inzwischen schreiben wir bereits das Jahr 2014.

Die Fördermittel von rund 57 Millionen Euro, die für die gesamte Deichsanierung benötigt werden, wurden dagegen bereits für den ersten und zweiten Bauabschnitt genehmigt.

(RP)