Duisburg: Debatte über Sechs Seen Wedau

Duisburg: Debatte über Sechs Seen Wedau

Der Baustammtisch der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) hatte dieses Mal das Großprojekt im Duisburger Süden zum Thema. GFW-Geschäftsführer Meurer bezeichnete es als "existenziell wichtig".

Morbider Industriecharme ging von der mit Graffitis "dekorierten" Location des jüngsten Baustammtisches aus. Setzten die Veranstalter sonst auf die Schifferbörse als Ort ihrer Netzwerkveranstaltung, hatten sich die Akteure der GFW Duisburg und des Bauindustrieverbands NRW für den "Ort des Geschehens" ausgesprochen. Im ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerk Wedau referierte GEBAG-Chef Bernd Wortmeyer über das größte aktuelle Entwicklungsprojekt NRWs: "Sechs Seen Wedau" mit einer Fläche von circa 90 Hektar.

Wirtschaftsförderungs-Chef Ralf Meurer. Foto: GFW

Rund 50 interessierte Fachbesucher - darunter Bauunternehmer, Architekten, Raumplaner, Projektentwickler und Investoren - hörten gespannt zu und erfuhren nicht nur von der erfolgreichen Vergrämung der Zauneidechse: "Wir stehen hier auf dem aktuell größten Stadtentwicklungsprojekt in Nordrhein-Westfalen," erläuterte Wortmeyer. "Hier entsteht zum einen in Wedau-Süd ein Wohngebiet mit Angeboten für jeden Geldbeutel und die verschiedensten Ansprüche inklusive Infrastruktur. Zum anderen wird Wedau-Nord zum Wissenschaftsstandort mit Universitätsansiedlungen entwickelt. Und das in einem beachtlichen Tempo. Das muss Duisburg erst einmal einer nachmachen."

Gebag-Chef Bernd Wortmeyer erläuterte die Pläne. Foto: Köppen

Rechtsanwalt Stefan Bahrenberg, Geschäftsführer des Bauindustrieverbands NRW, war begeistert vom guten Zuspruch: "In Zeiten voller Auftragsbücher sind derart gut besuchte Netzwerktreffen kein Automatismus." Das kann auch Dieter Düster, Architekt und Geschäftsführer der "dd Projektplanung GmbH", bekräftigen: "Seit 40 Jahren bin ich im Geschäft, bei solchen Anlässen trifft man immer auch einige Weggefährten. Darüber hinaus ist das Projekt 'Sechs Seen Wedau', das gut angelaufen zu sein scheint, auch stadtentwicklerisch wirklich spannend. Es wird positive Auswirkungen auf Beschäftigungsaspekte und den Wohnungsmarkt haben. Mal sehen, wie das Investorenverfahren ausgehen wird. Wir Architekten sind ja grundsätzlich immer 'im Boot' der Investoren und der eine oder andere aus meinem Investorenkreis hat sich bereits um dieses Projekt beworben."

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Die Dialoge waren rege, so dass das Ziel der Initiatoren des Baustammtisches erreicht wurde. Schließlich hatten GFW-Chef Ralf Meurer und Bauindustrieverbands-Geschäftsführer Bahrenberg auch zum Dialog mit den Anwesenden ermuntert, um sich für den einen oder anderen Auftrag, der mit dem Projekt verbunden sei, zu empfehlen.

Einer, der bereits eine Zusage erhalten hat, ist Michael Buchmann, Niederlassungsleiter der Vössing Ingenieurgesellschaft mbH: "Wir freuen uns, dass wir den Auftrag für die Projektsteuerung zur Erschließung dieses Areals erhalten haben. Dies gilt umso mehr für unsere Niederlassung Duisburg, da sich dieses herausragende Stadtentwicklungsprojekt gewissermaßen vor unserer Haustür befindet." Während auf der rund 60 Hektar großen Südfläche urbanes Wohnen mit maritimem Charakter wahr wird, soll Wedau-Nord mit etwa 30 Hektar dabei zum Inbegriff der Technologieorientierung werden: als Keimzelle für Start-ups, Forschungsinstitute, technologieorientierte Unternehmen, eine Fakultät der Universität Duisburg-Essen und forschungsnahe Dienstleister. "Ideal für die Boombranchen der Zukunft, gibt es hier doch mittelfristig schon optimale Entwicklungsmöglichkeiten", so GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer: "Die Aufbereitung dieser Flächen ist existenziell wichtig, damit wir 'Hidden Champions' an den Wirtschaftsstandort binden und neue für diesen gewinnen können. Zahlreiche Unternehmen, die wir begleiten und die zurzeit immens wachsen, haben schon großes Interesse an einer Verlagerung und Expansion nach Wedau bekundet. Hierbei vernetzen mein Team und ich die wesentlichen Akteure; schließlich gehören der Firmen- und Ansiedlungsservice zu den originären Kernaufgaben der Duisburger Wirtschaftsförderung."

(RP)
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