Duisburg: David möchte "sauber" werden

Duisburg: David möchte "sauber" werden

Auffällige Jugendliche manövrieren sich oft selbst ins Aus. Kein Schulabschluss, kein Ausbildungsplatz – die Gefahr, auf die schiefe Bahn zu geraten, ist da groß. "ZOF" hilft jungen Menschen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.

David ist ein Hüne. Der großgewachsene, kräftige 17-Jährige hat schon oft mit der Polizei zu tun gehabt. Auch in der Schule gab es viele Probleme, David verließ die Förderschule ohne Abschluss und hat keine Aussicht auf eine Ausbildung. Oft verhält er sich anderen gegenüber aggressiv, David kommt nur schlecht in Gruppen zurecht und hat auch schon zugeschlagen. Ein hoffnungsloser Fall könnten die meisten denken. Nicht unbedingt!

Vertrauen aufbauen

Aus eigenem Antrieb hat der Jugendliche erkannt, dass er sein Verhalten ändern muss. "Ich werde bald 18 und habe absolut nichts in der Hand. Das macht mich fertig", sagt David. Deswegen wandte er sich an den Verein ZOF (Zukunfts Orientierte Förderung) und versucht nun mit dessen Hilfe seine Probleme zu lösen. Den Geschäftsführern Tülay Aksen-Dogan und Deniz Aksen ist es wichtig, schnell Vertrauen zu Jugendlichen wie David aufzubauen. Gemeinsam mit qualifizierten Mitarbeitern versuchen sie, David auf den rechten Weg zu bringen.

"Das Besondere an unserem Verein ist, dass fast alle Mitarbeiter einen Migrationshintergrund haben. Das ermöglicht unseren Sozialpädagogen und Psychologen schnell ein Vertrauensverhältnis zu den Klienten aufzubauen", sagt Deniz Aksen. So haben die Mitglieder des ZOF-Teams polnische, türkische, libanesische und afrikanische Wurzeln, genau so wie ihre Klienten. Aber auch Deutsche gehören zu den Besuchern und sehen in der Nationenvielfalt Vorteile. So auch David, der sich besonders im türkischen Milieu wohl fühlt, einige türkische Freunde hat, türkische Musik hört und sogar ein paar Worte Türkisch spricht.

Zweite Chance in der Türkei

Deswegen hat ZOF auch eine besondere Lösung für ihn gefunden. "David kann an dem Projekt "Neue Brücke" in der Türkei teilnehmen und dort unter intensiver Betreuung eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker absolvieren", erklärt Tülay Aksen-Dogan. Die Ausbildung könnte dem 17-Jährigen nicht nur helfen, endlich eine Berufsausbildung zu beginnen, sondern auch seine Aggressivität in den Griff zu kriegen.

Einen Anfang hat David schon gemacht. Zur Zeit arbeitet er als Ein-Euro-Jobber in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb. Bei der Polizei ist er schon seit zehn Monaten nicht mehr aufgefallen, dem ZOF-Betreuungsangebot sei Dank. Denn es umfasst neben ambulanter Hilfe sowie Bildungs-und Erziehungsberatung für David und seine Eltern auch Gewaltprävention.

(RP)