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Duisburg: "Das wird das reinste Chaos"

Duisburg : "Das wird das reinste Chaos"

Die Bedenken der Bürger:

Parksituation Geplant ist, dass auf jede dritte Baumaßnahme ein zusätzlicher Parkplatz im öffentlichen Raum kommt. "Das wird das reinste Chaos. Das sehe ich ja bei mir", sagte ein Anwohner von Burgfeld I. Die Antwort der Projektplaner: "Da muss sich jeder Bürger an die eigene Nase fassen." In den Garagen sei oft kein Platz für ein Auto. So stehe der Erstwagen davor und der der Ehefrau auf der Straße. "Und dann beschweren sich alle über zugeparkte Straßen. Wenn das nicht wäre, ginge das Verhältnis 3 : 1 auf."

Belastung der umliegenden Straßen Besonders die Asberger Straße wird betroffen sein, denn geplant ist, dass die neuen Häuser über zwei Zufahrtsstraßen von der Asberger Straße aus erschlossen werden. "Die Straße bricht jetzt schon unter dem Verkehr zusammen", argumentierte eine Anwohnerin. Links und rechts parkten Autos, "die Feuerwehr würde im Notfall kaum durchkommen". Die Antwort der Planer, die Asberger Straße sei groß genug, um weiteren Verkehr aufzunehmen, wurde mit viel Gelächter quittiert.

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Abwasserregelung Mehrere Anwohner meldeten sich zu Wort, die bezweifeln, dass das vorhandene Kanalsystem noch mehr verkraften kann. Es sei jetzt schon überlastet. Das sehe man etwa daran, dass die Asberger Straße bei Regen regelmäßig überschwemmt sei. Die Antwort, dass alles genau berechnet werde, stellte die Bürger nicht zufrieden. Auch befürchten sie, bei einer Erweiterung des Kanalsystems zur Kasse gebeten zu werden.

Bodendenkmal Vielfach wurde das Asciburgium genannt, das ehemalige römische Kastell, das auf Asberger Gebiet gefunden wurde, und die Ausgrabungen des römischen Gräberfeldes, die südwestlich davon stattfinden. Die Untersuchungen sind noch nicht beendet. Also weiß man auch nicht, ob sich nicht auch etwas im Bereich des Planungsgebiets befindet. "Wenn ja, wird es richtig teuer", sagte eine Anwohnerin. Es wurde beteuert, dass man eng mit den Archäologen und Behörden zusammen arbeite.

Grundstücksverkauf "Was ist mit den Leuten, die dort ein Grundstück haben und nicht verkaufen wollen?", fragte eine Anwohnerin. Es werde keiner dazu gezwungen, hieß es. Sei jemand nicht dazu bereit, werde der Entwurf eben geändert. "Viele Grundstückseigentümer sind aber bereits an uns herangetreten und haben angedeutet, dass sie verkaufen wollen. So sind wir überhaupt erst auf die Idee gekommen", sagte Reinhard Bartels von S-Grund.

Nachfrage Ist überhaupt Bedarf da? "Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise will doch niemand mehr bauen", argumentierte ein Anwohner. Ein weiterer wies darauf hin, dass es andere Grundstücke gebe, die erst einmal erschlossen werden sollten, etwa im Bereich der Güterstraße. Das Planungsgebiet fungiere als "grüne Lunge", die einen großen Teil der Emissionen kompensiere. "Deshalb sollte hier nicht gebaut werden", betonte er.

(RP)