1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Das Rathaus als Kunstgalerie

Duisburg : Das Rathaus als Kunstgalerie

Seit dem 29. April läuft das Projekt "Kunst im Amt" im Homberger Rathaus, bei dem ein Jahr lang 37 Künstler ihre Werke vor Menschen ausstellen, die sonst eher weniger mit Kunst in Kontakt kommen würden.

Ab heute stellen vier neue Künstler ihre Werke in den Fluren des Bezirksamts am Bismarckplatz aus.

Die Entscheidung für ein so mutiges Projekt erntete bereits viel positive Resonanz. "Die Leute rufen bei uns an und fragen nach, ab wann man die Ausstellung besuchen kann", erzählt Herbert Gorba, Vorsitzender des Kunstvereins Duisburg. Auch Künstlerin Monika Tiedemann ist von dem Projekt überzeugt: "Ich habe so ein positives Empfinden in den Räumen. Kunst und Amt — das kann zusammenpassen", schwärmt sie.

Künstler will provozieren

Das Unauffällige hat sich die Schleswig-Holsteinerin zum Thema gemacht. "Dinge, die man nicht sofort wahrnimmt, sind mein Thema. Ich möchte sagen: Guckt mal hier, das Unscheinbare ist toll!". Als Motiv ihrer Bilder hat sie Gräser und Wiesen gewählt. "Die Natur gibt mir die Formen vor", sagt sie.

Im Gegensatz dazu möchte Rudi Behnke, gebürtiger Brandenburger, mit seinen Werken provozieren. "Ich weiß, dass ich in meiner Ausdrucksweise nicht bescheiden bin", sagt der 52-Jährige lächelnd. Mit seinen Werken, die Titel wie "Halsschmuck" oder "Lady's dream colours" tragen, stößt er an die Grenzen der Salonfähigkeit. Gerade weil auch Jugendliche Zugang zu den Räumen haben, gibt es Bedenken. Aber Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann ist sich sicher: "Es gibt einen Unterschied zwischen Kunst und billiger Erotik."

  • Wassenberg : Bergfried wird zur Kunstgalerie
  • Issum : Issums Ortsmitte wird zur Kunstgalerie
  • Roswitha Simon präsentierte Kunst in ihrem
    Ausstellung : Leverkusens größte Kunstgalerie

Geschichten, wie sie jeder kennt

Völlig anders präsentiert sich die Duisburger Künstlerin Regine Hattwig. Von den insgesamt 153 Exponaten wird sie gerade einmal neun von sich zur Schau stellen. "Ich wollte mich reduzieren und habe nur wenige meiner Werke gewählt", erklärt sie. Auch sie glaubt an das Projekt: "Hier kann jeder was für sich mitnehmen." Heidi Goldhammer, deren Mutter Hombergerin ist, ist von dem Projekt ebenfalls überzeugt. Ihre Arbeiten zeugen von "Schmerz, Verlust, Verletzungen und wie wir dadurch wachsen", wie sie es selbst ausdrückt. "Meine Arbeiten erzählen Geschichten, wie sie jeder kennt."

"Es zeugt auch von Vertrauen gegenüber den Bürgern, dass diese Werke hier so offen gezeigt werden", bilanziert Herbert Gorba die Stimmung der Künstler.

Info Die Ausstellungseröffnung ist heute um 18 Uhr. Bis zum 10. August können die Werke der vier Künstler montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr besichtigt werden.

(RP)