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Duisburg: Das MKM bekommt mehr Raum für Kunst

Duisburg : Das MKM bekommt mehr Raum für Kunst

Nach einem gescheiterten Versuch im Jahr 2008 wurde gestern der Grundstein für den 2500 Quadratmeter großen Erweiterungsbau des Museum Küppersmühle gelegt.

Mit der Grundsteinlegung, die im Beisein von Walter Smerling, Direktor des Museum Küppersmühle (MKM), dem Architekten Pierre de Meuron und Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, durchgeführt wurde, starten die Arbeiten an dem neuen Erweiterungsbau des MKM in die heiße Phase. Ende 2018 soll der Bau fertiggestellt werden. 2500 zusätzliche Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten in Zukunft Platz für die Sammlung der Familie Ströher, die den Bau durch ihre private MKM-Stiftung ermöglicht. Auf insgesamt 5000 Quadratmetern werden unter anderem Werke von Anselm Kiefer oder Gerhard Richter zu sehen sein.

Nachdem der erste Versuch eines Erweiterungsbaus gescheitert war, wird der zweite Versuch nun ganz anders aussehen. "Wir bedauern einerseits, dass der erste Versuch gescheitert ist, denn er wäre spektakulär gewesen", sagt Architekt Pierre de Meuron, "aber ein Scheitern ist immer auch eine neue Chance." Im Jahr 2008 sollte auf den Silotürmen ein Leuchtkubus nach dem Entwurf des Schweizer Architektenbüros entstehen. Wegen eines fehlerhaften Konstruktes und der Insolvenz der beteiligten Stahlbaufirma wurde das Stahlskelett jedoch nie auf die Silos gehoben. Die Bauarbeiten wurden eingestellt und das Projekt aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten gestoppt. Der Gebäudekomplex ging in den Besitz der Familie Ströher über. Der Neustart des Erweiterungsprojektes im Jahr 2013 erfolgte dann unter ihrer direkten Bauherrschaft.

Die Architekten sind erneut die Schweizer Herzog und de Meuron, die sich auch schon für den Umbau der historischen Küppersmühle zum heutigen Museum verantwortlich zeigten. "Wir freuen uns, dass wir einen weiteren Beitrag leisten können, um der einzigartigen Kunstsammlung der Familie Ströher zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen", sagt de Meuron. Bei ihrem Entwurf für den Erweiterungsbau haben sich die Architekten am Bestand des MKM und der Architektur des Innenhafens orientiert. Die Frage sei gewesen, wie bereits Vorhandenes mit etwas Neuem verbunden werden kann, erklärt de Meuron.

Das Bindeglied werden nun die vorhandenen Silos sein. Sie bleiben Industriedenkmal, gewinnen aber als verbindender Ausstellungsraum an Funktion. Gleichzeitig sollen sie mit einer Aussichtsplattform versehen werden. Brücken im ersten und zweiten Obergeschoss verbinden die Sammlungsräume miteinander. Drei unterschiedlich hohe Baukörper führen den vorhandenen Museumsbau fort und fügen sich zu einem neuen Kopfbau zusammen, der die Gebäudezeile des Hafenbeckens harmonisch abschließt. De Meuron: "Es wird ein Konglomerat von verschiedenen Gebäudeteilen. Im Norden Richtung Wasser mehr oder weniger gerade, im Süden Richtung Stadt zerklüftet." Die Materialität wird übernommen. "Wir wollten keinen Kontrast, sondern neue Gebäudeteile in die bestehende Architektur integrieren", sagt der Architekt. Er bezeichnete die Architektur als kraftvoll - dieses Kraftvolle habe man mitnehmen wollen. Das Besondere findet sich hierbei im Detail. So werden die Ziegel, aus denen der Bau bestehen wird, in der Mitte gebrochen und mit der Bruchstelle nach außen angebracht, was für Lebendigkeit sorgen soll.

In einer Computeranimation demonstrierte de Meuron gestern, wie es im Innern des Baus einmal aussehen wird: Ein schlichter und doch hochmoderner Bau mit futuristisch anmutenden Finessen, wie etwa den Tageslicht-Schlitzen im Treppenhaus. Dieses ermöglicht eine kontinuierliche Besucherzirkulation und einen geschlossenen Museumsrundgang.

Museums-Direktor Smerling zeigte sich begeistert: "Ich finde es sensationell. Es wird noch mehr Menschen anlocken, als bisher schon." Der Entwurf sei "absolut außergewöhnlich".

(RP)