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Mutmaßliche Bombe in Duisburg: "Das Haus wird nicht großartig beschädigt"

Mutmaßliche Bombe in Duisburg : "Das Haus wird nicht großartig beschädigt"

Eine Bombe unter einem bewohnten Haus – diese Nachricht sorgte vor exakt einer Woche für Aufsehen. Am Montag haben die Bohrungen an dem Neubau begonnen, allzu große Sorgen machen sich die Verantwortlichen aber nicht.

Eine Bombe unter einem bewohnten Haus — diese Nachricht sorgte vor exakt einer Woche für Aufsehen. Am Montag haben die Bohrungen an dem Neubau begonnen, allzu große Sorgen machen sich die Verantwortlichen aber nicht.

"Willkommen zu diesem ungewöhnlichen Ortstermin", begrüßte der Pressesprecher der Stadt Duisburg, Peter Hilbrands, die anwesenden Journalisten in Duisburg-Rheinhausen gut gelaunt. Angespannt oder gar verzweifelt sah er dabei nicht aus. Ganz im Gegenteil: Es war ein recht amüsierter Beginn des anstehenden Pressetermins.

Eine Bombe, genauer gesagt ein Blindgänger, wird unter einem Wohnhaus vermutet. Problematisch ist dabei, dass der Neubau schon fertig ist und von den Anwohnern bezogen wurde. Normalerweise muss vor der Baugenehmigung eine Luftbildaufnahme angefordert werden, die einen Blindgänger unter dem Haus ausschließt. Sowohl die Baufirma als auch die Stadt weisen die Schuld für dieses Versäumnis von sich.

Am Montag wurde nun mit den Bohrungen begonnen, die Aufregung hielt sich bei den Beteiligten in Grenzen. "Laut den Aufnahmen können wir uns sicher sein, dass der Einschlag der Bombe ungefähr anderthalb Meter im Haus sein müsste. Wir rechnen mit einer Tiefe von ca. sieben Meter", erklärte Gudela von Gronefeld, zuständig in der Bezirksregierung Düsseldorf für geophysikalische Untersuchungen.

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Das Haus wird nicht gesprengt

Sofern die derzeitigen Bohrungen keine Resultate erbringen könne, müsste man die Arbeiten mit einem kleineren Bohrer unter das Haus verlagern, das heißt in den Keller — leichte Schäden sind dabei inbegriffen. "Das Fundament dürfte angegriffen werden, aber die Statik und desgleichen werden dabei keinesfalls beschädigt", so Gronefeld, die dazu noch ergänzte: "Natürlich versuchen wir, so wenig Schäden wie möglich zu haben." Eine Sprengung, so die Beamtin, käme nicht in Frage.

Die Kosten belaufen sich derweilen auf 3000 bis 6000 Euro für das Land NRW, zusätzliche Kosten wie die Bohrung und alle anderen akuten Arbeiten am Haus wurden bisher nicht veröffentlicht. Fakt ist, dass es eine weitere Bohrung am Dienstagvormittag geben wird, sofern es keine Anzeichen von den ermittelten Eisenkörper geben wird, werden die Arbeiten am Nachmittag unter dem Haus fortgesetzt.

Erst dann kann man auch mit Sicherheit sagen, dass es sich um eine Bombe handelt — bisher wurden das nur Anhand von Luftaufnahmen Eisenkörper, die auf ein Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs hindeuten, vermutet.

"Eigentlich alles ganz normal"

Für die Anwohner ist die Situation aber weiterhin unangenehm. Der Neubau zieht schon nach kürzester Zeit immense Bauarbeiten mit sich, an eine Privatsphäre ist derzeit nicht zu denken. Sofern eine Bombe gefunden wird, müsste zudem eine Evakuierung initiiert werden, damit der Blindgänger dementsprechend unschädlich gemacht wird.

Somit brachte Pressesprecher Hilbrands die Situation auf dem Punkt: "Im Grunde genommen ist es nicht außergewöhnliches, derzeit sondieren wir die nähere Umgebung. Das Problem ist jedoch, dass Menschen in diesem Haus sind. So etwas hatten wir auch noch nicht. "

Hier geht es zur Bilderstrecke: Duisburg-Rheinhausen: Bombensuche am Neubau