Duisburg: Das Handy mit Tee aufladen

Duisburg: Das Handy mit Tee aufladen

Das Nano-Schülerlabor der UDE öffnete im Rahmen der Wochen der Studienorientierung seine Pforten. Die Schüler erhielten Einblick in aktuelle Forschungsfelder und Bereiche, in denen uns Nanotechnologie im Alltag begegnet. Was haben Hibiskustee und Lotusblüteneffekt mit Nanotechnologie zu tun? Diese Fragen konnten Schüler bei einem Besuch des Nano-Schülerlabors an der Universität Duisburg-Essen (UDE) klären.

Das Labor stellte sich im Rahmen der Wochen der Studienorientierung in NRW vor. Auch Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Schulministerin Sylvia Löhrmann verschafften sich einen Überblick über Themenfelder der Nanoforschung.

Die Schüler führten die Experimente mit betreuenden Studenten in kleinen Gruppen selbst durch. Jan Buchholz und Paul Babucke haben im vergangenen Jahr am Nano-Schülerlabor teilgenommen und vor Ort geforscht. "Wir haben Oberflächen unter verschiedenen Mikroskopen betrachtet und analysiert", erzählen die Schüler. Ihr Interesse am Feld Nanotechnologie sei durch die Projektteilnahme gefestigt worden. Eines der Themen, das dem aktuellen Stand der Nanoforschung entspricht, ist der Bau von kostengünstigen Farbstoffsolarzellen.

Der entscheidende Bestandteil ist der rote Farbstoff im aufgekochten Hibiskustee. Die Zellen können mittels Licht aufgeladen werden und dann Taschenrechner mit Energie versorgen, oder — an Rucksäcken und Jacken angebracht — Handys und Laptops aufladen. Auch das Geheimnis des Lotusblüteneffekts wurde gelüftet: Verantwortlich für den wasser- und schmutzabweisenden Effekt einer Oberfläche sind Nanopartikel. Sie werden in einem Lösungsmittel aufgelöst und aufgesprüht. Das Spray verdunstet, zurück bleiben die festen Nanopartikel, die die Oberfläche quasi versiegeln.

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800 Schüler haben seit Beginn des Projekts im Jahr 2010 mitgemacht. "Vier Mal kommen sie zum Forschen ins Labor, die Vor- und Nachbereitung wird in der Schule geleistet", erklärt Dr. Kirsten Dunkhorst, eine Leiterin des Labors. Ein großer Vorteil liege in der technischen Ausstattung. "Diese Geräte stehen an Schulen nicht zur Verfügung", sagt sie.

Das Konzept sei in dieser Form in NRW einzigartig, so Beate Kostka, Pressesprecherin der UDE. Vor allem im Hinblick auf die Nachwuchsförderung sei das Schüler-Labor wichtig. Löhrmann betonte: "Schüler sollten sich möglichst früh Gedanken über ihre Berufswünsche machen. Dieses intensive Hineinschnuppern in ein Themenfeld ist dabei eine wichtige Hilfe."

(RP)
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