Duisburg: Das Fest der Freiheit nicht vergessen

Duisburg: Das Fest der Freiheit nicht vergessen

Vor und in der Hochfelder Pauluskirche wird am kommenden Samstag, dem 23. Mai, dem 60. Geburtstag unserer Verfassung, ein Fest der Freiheit gefeiert. Der Verein "Gegen Vergessen – Für Demokratie", kirchliche Verbände und andere Institutionen sind die Veranstalter.

Am 23. Mai 1949 sprach Konrad Adenauer folgende historische Worte: "Gemäß Artikel 145 verkündige ich im Namen und im Auftrage des Parlamentarischen Rates, unter Mitwirkung der Abgeordneten Großberlins, das Grundgesetz. Es tritt mit Ablauf des heutigen Tages in Kraft." – Unsere Verfassung wird am kommenden Samstag also 60 Jahre alt. Der überparteiliche und überkonfessionelle Verein "Gegen Vergessen – Für Demokratie" lädt zusammen mit der evangelischen Gemeinde Hochfeld, der katholischen Arbeitnehmerbewegung, dem Bündnis für Toleranz und anderen Mitwirkenden zu einem "Fest der Freiheit" auf den Platz vor der Hochfelder Pauluskirche (Wanheimer Straße 78) ein. Ein solches "Fest der Freiheit" am Verfassungstag ist in Deutschland – historisch gesehen – durchaus nicht so harmlos-selbstverständlich, wie es eigentlich sein sollte. Wer in den vergangenen Jahren das Staatsmotto "Einigkeit und Recht und Freiheit" (aus dem Deutschlandlied) zitierte, legte meist den Schwerpunkt auf das Wort "Einigkeit". Und als im Jahr 1990 der 3. Oktober als neuer Nationalfeiertag ausgerufen wurde, weil ab dann das gesamte deutsche Volk eine gemeinsame Verfassung hatte, da gerieten die großen moralisch-politischen Begriffe "Recht" und "Freiheit" vielleicht noch mehr in den Hintergrund. Und damit ein wenig auch der 23. Mai 1949.

"Klein-Europa" in Duisburg

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Genau darauf will der gemeinnützige Verein "Gegen Vergessen – Für Demokratie" aufmerksam machen. Er will die Begriffe "Recht" und "Freiheit" in den Vordergrund stellen und damit die Traditionslinie über den Verfassungstag am 23. Mai 1949 weiter ziehen bis zur so genannten Paulskirchenverfassung vor 150 Jahren, als erstmals, wenn auch zunächst vergeblich, Grundrechte, proklamiert wurden. Diese zwar interessanten, für einen ganzen Festtag aber wohl zu schwerwiegenden Hintergründe, werden bei einer Gesprächrunde gegen 12.30 Uhr angerissen, bei der es um "Treue Patrioten – Gute Europäer" geht. Die Moderation übernimmt der Politikwissenschaftler Dr. Günther Neumann. In einer zweiten Gesprächsrunde, gegen 16 Uhr, geht es um "Hochfeld – unser ,Klein-Europa' in Duisburg" (Moderation German Bensch).

Das Fest selber wird um 11 Uhr eröffnet. Um 12 Uhr wird eine ökumenische Andacht in der Pauluskirche gehalten. Ansonsten gibt es viel Musik und Tanz. Mitwirkende sind zum Beispiel der Werks-Chor der Stadtwerke (Gospel und mehr), Volkstanzgruppen und Flamencogesang von David Alcantara. Die Gesangsgruppe "Mensch zu Mensch" singt ab 17 Uhr Freiheitslieder aus den Jahren 1848/49. Danach gibt es Rock und Pop der Band "Exit Paris" sowie deutschsprachige Chansons der Combo "Ganz in Rosen". Der Ausklang ist um 21 Uhr.

(RP)
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