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Duisburg: Das Ende ist ein Neuanfang

Duisburg : Das Ende ist ein Neuanfang

Teile von Bruckhausen sind abgerissen worden und machen dem Grünen Wall Platz.

Mit dem symbolischen "Ersten Spatenstich" hat gestern der Bau des "Grüngürtels Duisburg-Nord" in Bruckhausen offiziell begonnen. Der begrünte Wall wird künftig die Wohnbebauung in Marxloh, Bruckhausen und Beeck vor Straßen- und Industrielärm schützen.

In Bruckhausen entsteht beispielsweise mit dem "Park vor der Haustür" ein Grün- und Freiraum für alle Generationen. Aysche Tandogan(31) und Gülsüm Saglam (36) leben beide mit ihren Familien seit ihrer Geburt in dem Stadtteil: "Endlich tut sich auch bei uns etwas. Wir freuen uns schon darauf, mit unseren Kindern im Grünen spielen zu können." Auch Otti Schilg-Hafkemeyer (79) hat ihr ganzes Leben in Bruckhausen verbracht: "Viele Mitbürger beklagen den Abriss. Ich bin froh, dass die Bruchbuden weichen mussten. Jetzt wird unser Stadtteil aufgewertet."

 Immer nächsten Schritt rollten die Abrissbagger an und machten ganze Straßenzüge platt. <strong>
Immer nächsten Schritt rollten die Abrissbagger an und machten ganze Straßenzüge platt. <strong> Foto: Archiv&lt;/strong&gt;

Die sogenannte Stadterneuerungsmaßnahme ist ein vom Land NRW, dem Bund, der EU und Thyssen Krupp Steel Europe mit rund 72 Millionen Euro finanziertes Projekt zur Stabilisierung und Erhöhung von Lebensqualität in den betroffenen Ortsteilen. "Bruckhausen war früher ein Synonym für 'Problemstadtteil'. In Zukunft entsteht hier ein neues Stück Duisburg", sagt OB Link, dessen Vorgänger Sauerland das Projekt initiierte. Jens Rossa, Landschaftsarchitekt der Planungsfirma r+b landschaftsarchitektur erklärt: "Heute ist auch für uns Planer ein großer Tag. Etwa 80 000 Kubikmeter Erdmassen werden hier bewegt und modelliert, 1200 Solitärgehölze und über 6000 Sträucher gepflanzt." Carsten Tum, Beigeordneter für Stadtentwicklung, ergänzt: "Unser Grüner Gürtel ist ein Pilotprojekt. Probleme mit schwindenden Einwohnerzahlen und dem intensiven Miteinander von Wohnen und Industrie haben viele Städte." Und Anke Petermann, Sprecherin des "Runden Tisches Bruckhausen" ergänzt: "Es gab viel Aufregung für die Bürger, vor allem für jene, die ihre Häuser verlassen mussten und umgesiedelt wurden. Der Abriss ist zu Ende. Etwas Neues passiert - ich freue mich 'drauf."

(RP)