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Duisburg: Das Abschneiden der Rechten macht Sorge

Duisburg : Das Abschneiden der Rechten macht Sorge

Zufriedenheit bei SPD, Linken und Grünen, Entsetzen bei der CDU und FDP - so waren die ersten Reaktionen am Wahlabend. Vor allem das gute Abschneiden rechter Parteien sorgte für Diskussionen.

Größter Wahlverlierer in Duisburg waren ohne Zweifel die Christdemokraten. Parteichef Thomas Mahlberg machte am Abend auch gar keinen Hehl daraus: "Wir sind geschockt. Eine richtige Erklärung dafür habe ich noch nicht. Das müssen wir in Ruhe analysieren." Dass seine Partei mit dem Thema Zuwanderung aufs falsche Pferd gesetzt hat, wollte er nicht gelten lassen - im Gegenteil. "Auch der Politikexperte Prof. Karl-Rudolf Korte hat uns darin bestätigt. Er bemängelte, dass viele Parteien nicht den Mumm hätten, solche Themen überhaupt anzusprechen." CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler ärgerte sich vor allem über das gute Abschneiden der AfD: "Das hat uns sicher sehr geschadet", meinte er.

SPD-Fraktionschef Herbert Mettler und die Frontfrau der Grünen, Claudia Leiße, tauschten sich angeregt aus, nachdem sich die Ergebnisse im Laufe des Abends verfestigt hatten. "Es gibt keinen Automatismus, dass wir die rot-rot-grüne Kooperation fortsetzen", sagte Mettler. Das Dreierbündnis habe aber zuletzt gut geklappt. Nun müsse man in Gesprächen mit den anderen Parteien - außer den rechten - nach Gemeinsamkeiten suchen. Das Top-Thema blieben auch in den nächsten Jahren die Finanzen. Die SPD habe das Ziel von 40 Prozent plus X erreicht und sei daher sehr zufrieden. Erleichterung über das Abschneiden gab es bei den Grünen. "Damit können wir leben", sagte Parteichef Matthias Schneider. Das gute Abschneiden der rechten Parteien müsse dazu führen, dass sich auch die Grünen künftig nicht zu sehr auf die Innenstadt konzentrieren sollten, sondern sich mehr den Stadtteilen und noch mehr sozialen Themen widmen müssten.

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Dass die FDP künftig wohl nicht mehr in Fraktionsstärke im Duisburger Rat vertreten sein wird, sorgte natürlich für lange Gesichter bei den Liberalen. "Auch wenn ich dann nicht mehr im Rat sein werde, werde ich mich auch künftig politisch betätigen", erklärte Frank Albrecht, der auf Listenplatz drei seiner Partei stand. Er müsse sich persönlich keine Sorgen machen, schließlich habe er außer der Politik auch noch einen fordernden Job. Parteichef Holger Ellerbrock stellte dagegen klar: "Das ist hart für uns. Da hängen Schicksale dran."

Die Linken feierten vor dem Rathaus und gerieten dort in verbale Auseinandersetzungen mit Vertretern rechter Gruppierungen. Die Polizei sorgte dafür, dass es nicht zu Schlimmerem kam. Martina Ammann-Hilberath, Sprecherin der Fraktion der Linken, erinnerte an den sogenannten "Berliner Konsens". "Das ist eine Übereinkunft der anderen Parteien, die Rechten nach Möglichkeit auszugrenzen und keine Gespräche mit ihnen zu führen." Stephan Krebs (JUDU) freute sich, dass seine Gruppierung inzwischen in der Stadt schon einen großen Bekanntheitsgrad hat.

(RP)