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Dani Karavan: Israelischer Bildhauer schuf sich in Duisburg ein Denkmal

Zum Tode von Dani Karavan : Israelischer Bildhauer schuf sich in Duisburg ein Denkmal

Dani Karavan starb Ende Mai im Alter von 90 Jahren. Der israelische Künstler gestaltete den „Garten der Erinnerung“ am Duisburger Innenhafen.

Der israelische Bildhauer Dani Karavan starb am 29. Mai 2021 im Alter von 90 Jahren. Karavan wurde 1930 als Sohn polnischer Einwanderer in Tel Aviv geboren. Die Familien seiner Eltern verloren viele Mitglieder während des Holocausts. Karavan erlernte in Jerusalem die Grundlagen der Zeichenkunst, später studierte er in Florenz und Paris Malerei. Das Markenzeichen des weltweit geschätzten Bildhauers sind begehbare Monumente – eines davon ist der Garten der Erinnerung in Duisburg.

Klaus-Dieter Brüggenwerth, Sprecher der Vereinigung „Freie Duisburger Künstler“ würdigt Dani Karavan als eine großartige Künstlerpersönlichkeit: „Der Garten der Erinnerung ist für mich ein ganz besonderes Kunstwerk und erinnert mich auch immer an die IBA (Internationale Bauausstellung Emscherpark) im Ruhrgebiet, die 1989/1999 sehr viel zur Entwicklung der Region beigetragen hat.“

 Dani Karavan.
Dani Karavan. Foto: dpa/Daniel Karmann

In Duisburg schuf Dani Karavan 1999 mit dem Garten der Erinnerung eine ungewöhnlich anmutende Landschaftsarchitektur. Die weißgetünchten Gebäudefragmente sind künstlerisch gestaltete Ruinenreste, aber sie harmonieren mit den sternförmigen Betonarmen des Jüdischen Gemeindezentrums von Zvi Hecke. Die Grundrisslinien der abgerissenen Gebäude wurden durch weiße Betonbänder stilisiert dargestellt, der zentrale Weg mosaikartig aus dem Trümmerschutt zusammengesetzt. Die Bepflanzung bezieht die Gebäudereste mit ein, so wurden Bergkiefern auf dem Aussichtsturm und Gleditschien im Ludwigforum, dem früheren Hallenboden, angepflanzt.   Umgebung und Natur gehen eine Verbindung ein.

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Gästeführer Frank Switala erklärt die Anordnung der Betonfragmente und Artefakte mit Zerstörung, Natur, Wiederauferstehung und ehemaliger Nutzung des Innenhafens als Getreideumschlagplatz. Dieser Aspekt wird durch Getreide- und Sonnenblumenfelder und die Waage in der Mitte des Parkes aufgegriffen. Teile einer abgerissenen Lagerhalle dienen bei den Innenhafenführungen als Plattform, um den Blick schweifen zu lassen. Die zurzeit umzäunten Rasenwellen waren bei Skatern und rollerfahrenden Kindern ein beliebter Spielort und Treffpunkt zugleich. 

Dani Karavans „Garten der Erinnerung“ im Innenhafen verortet die unterschiedlichen Facetten der Duisburger Stadtgeschichte und stellte darüber hinaus mit Mitteln der Kunst aktuelle Bezüge zu Kultur und Erholung her.