Duisburg: Dampf statt blauem Dunst

Duisburg : Dampf statt blauem Dunst

Immer mehr Duisburger Raucher steigen auf die so genannte "E-Zigarette" um. Die RP informiert über das Trendgerät und seine Vor- und Nachteile. Die Krankenkassen warnen vor falscher Euphorie.

Aromatischer Dampf statt blauem Zigarettenqualm — der Trend zur Elektrozigarette hat mittlerweile auch die hiesige Raucherschaft erreicht. "Elerette" in der Königsgalerie lockt mit Testangeboten, und immer mehr Raucher spielen mit dem Gedanken, von den altgedienten Glimmstängeln auf die vermeintlich gesündere Variante umzusteigen. Vor dem Wechsel stellen sich allerdings immer die gleichen Fragen: Wie funktioniert das elektrische Dampfen überhaupt? Was ist in den so genannten "Liquids" überhaupt enthalten? Und sind E-Zigaretten wirklich gesünder?

"Die Elektro-Zigarette raucht man nicht. Man dampft sie", erklärt Rainer Schmitz vom Rauchershop "Elerette" die Funktionsweise des Trendgeräts. "Ein Akku erhitzt die Liquidflüssigkeit und verwandelt sie in Dampf, den der Konsument dann wie normalen Zigarettenqualm aufnehmen kann."

Weniger Schadstoffe

Der Unterschied zur normalen Zigarette liegt darin, dass der Raucher weniger Schadstoffe aufnimmt, da statt Tabak ätherische Öle, Wasser und Aromen verbrannt werden. "Ein weiterer Vorteil des neuen Produktes ist definitiv der Preis", so Schmitz weiter. "Jemand, der eine Schachtel am Tag raucht, zahlt für einen Wochenvorrat Zigaretten fünfmal so viel wie für unsere Flüssigkeiten."

Diese Informationen klingen erst einmal positiv. Da die elektrische Variante im Gegensatz zu ihrem analogen Pendant jedoch nicht endlich ist — eine normale Zigarette kommt nach dem Rauchen in den Aschenbecher, die E-Zigarette wird gedampft, bis der Akku leer ist — ändert sich unweigerlich auch das Konsumverhalten. Die "Elerette" verleitet dazu, mehr zu rauchen.

Auch die E-Zigarette ist ungesund

Auch Alexander Ochtrop von der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) tritt auf die Euphoriebremse. "Gesund ist auch die E-Zigarette nicht", ist Ochtrop überzeugt. "Erstens sind die längerfristigen Auswirkungen des Dampfens noch nicht erforscht, und zweitens nimmt der Raucher immer noch Nikotin über den Dampf auf. Aufhören kann damit also niemand." Wer die Dosierung falsch einschätze, könne darüber hinaus von Kopfschmerzen und Übelkeit befallen werden. "Außerdem ist die Belastung für den Körper eine völlig andere," warnt der Experte. "Wer körperlich anfällig ist, sollte sich in jedem Fall vorher mit seinem Arzt unterhalten."

Ob gesünder oder nicht, die Elektrozigarette ist auf dem Vormarsch. Nichtraucher brauchen jedoch trotzdem keine Angst zu haben: Der weiße Dampf fällt genauso unter das Nichtraucherschutzgesetz wie die klassische Zigarette. Das Lieblingsrestaurant bleibt also auch in Zukunft rauchfrei.

(RP)
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