cubus in Duisburg: Filmprojekt bei der da-Vinci-Mitmachausstellung

Mitmach-Ausstellung : Zeitreise mit Leonardo da Vinci

30 Schulklassen und 2000 andere Besucher haben die vorzügliche Mitmach-Ausstellung in der cubus-Kunsthalle bislang besucht. Vom 22. bis 26. Juli möchte der Künstler Peter Eisold dort einen Film mit Kindern realisieren.

Für die cubus-Kunsthalle, die privat geführt wird, war die Realisierung der großen Mitmach-Ausstellung zu Leonardo da Vinci ein Kraftakt (die RP berichtete). In wenigen Wochen wurde die Schau konzipiert, die noch bis zum 31. Juli in der cubus-Kunsthalle erlebt werden kann. Jetzt zum „Bergfest“ zog Claudia Schaefer, Geschäftsführerin der cubus-Kunsthalle, eine recht erfreuliche Bilanz. Trotz der kurzen Werbephase und der tropischen Temperaturen der vergangenen Tage haben bislang 30 Schulklassen und rund 2000 andere Interessierte die wirklich herausragend gut gemachte Mitmach-Schau besucht.

Das Wichtigste zur Schau sei rekapituliert: Vor 500 Jahren starb Leonardo da Vinci, der große Künstler und Erfinder, und Gerhard Mercators (1512-1594) Weltkarte entstand vor 450 Jahren. Die cubus-Ausstellung zeigt Auszüge Leonardos universellen Schaffens und lädt die Besucher ein, einzutauchen in den Forschergeist des großen Gelehrten, der auch bildender Künstler war. Sein bekanntestes Werk, vielleicht das bekannteste Bild überhaupt, ist die Mona Lisa, nur 77 x 53 cm groß, die im Pariser Louvre hängt.

Beim Filmprojekt von Peter Eisold steht die Zeitmaschine im Mittelpunkt. Foto: Peter Klucken

Die Ausstellung basiert auf einer Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld und präsentiert spektakuläre Modelle, die Studenten nach Skizzen da Vincis nachgebaut haben, und vermittelt eindrucksvoll physikalische Naturgesetze und mechanische Konstruktionen. Leonardo da Vinci beschäftigte sich unter anderem mit Naturwissenschaft und Technik, Kunst und Musik sowie mit der Anatomie von Mensch und Tier. Er ist damit einerseits ein ganz typischer Vertreter der brodelnden Umbruchszeit, die wir heute als „Renaissance“ kennen: ein Weltenentdecker, ein Suchender. Die aktuelle Ausstellung greift zentrale Herausforderungen auf, denen Leonardo sich gestellt hat und die auch in Duisburg die Zeitgenossen beschäftigt haben. Gezeigt werden die von Studenten nachgebauten Modelle aus den Bereichen Brücken, Hub- und Fördertechnik sowie Maschinenelemente, außerdem Erfindungen für Musik und Theater. Daran wird die Breite seines Schaffens und seines Erfindergeistes eindrücklich deutlich.

In der Ausstellung können die Besucher zum Beispiel eine Schnellbaubrücke aufbauen. Der bisherige Rekord, den ein Vater mit seinem Sohn aufstellte, liegt bei 67 Sekunden: mehr Zeit brauchten die beiden nicht, um die auf den Boden lose herumliegenden Elemente so zusammenzusetzen, dass sie als Brücke einen Menschen tragen. Auch heute noch konstruiert das Technische Hilfswerk ihre Behelfsbrücken nach dem Vorbild da Vincis. Auch die Grundlagen der Maschinenelemente wurden von Leonardo da Vinci entwickelt. Mit dem Modell des Kugellagers wird deutlich, dass gar nicht so sehr die visionären Ideen Leonardos, die uns auf den ersten Blick verzaubern, sondern dass gerade seine ingenieurstechnischen Grundelemente Bahnbrechendes für die neuzeitliche Technik geleistet haben.

Wer diese Ausstellung besucht, wird auch Leonardos 40 Jahre jüngeren Zeitgenossen, den damals in Duisburg tätigen Universalgelehrten Gerhard Mercator (1512-1594) begegnen, der mit seinen Landkarten und Globen ebenfalls das Weltbild geprägt hat. Mit Leonardo, der eine Generation vor Gerhard Mercator wirkte, kann diese Zeit wiederentdeckt werden.

Apropos Zeit: Der Künstler Peter Eisold lädt Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren dazu ein, an einem Filmprojekt im Rahmen der Mitmach-Ausstellung mitzuwirken. Im Mittelpunkt soll dabei die „Zeitmaschine“ stehen, die von zwei talentierten Flüchlingen in einer Mülheimer Fahrradwerkstatt gebaut wurde. Der Film soll in der cubus-Kunsthalle vom 22. bis 26. Juli, jeweils von 10 bis 16 Uhr, realisiert werden. Das Projekt wird vom Land und vom Amt für Schulische Bildung gefördert; deshalb ist die Teilnahme frei. Wer an dem Film mitwirken möchte, melde sich bei Peter Eisold (Tel. 0208 3881663 oder per Mail unter peter@sonarcities.org) oder in der cubus-Kunsthalle.

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