1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Coronavirus in Duisburg: Stadtbibliothek setzt auf Onleihe

Alternative Möglichkeiten : Duisburger Stadtbibliothek setzt in der Krise auf Onleihe

Die Stadtbibliothek darf zurzeit zwar nicht betreten werden, dennoch bietet sie Besitzern von Bibliotheksausweisen viele Möglichkeiten. So werden die Leihfristen automatisch verlängert.

Ins Stadtfenster an der Steinschen Gasse, wo die Zentralbibliothek und die Volkshochschule untergebracht sind, kommt man als Besucher nicht mehr rein. Bekanntlich sind dort wegen der Corona-Pandemie die Türen für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen worden. Während in der Volkshochschule die Mitarbeiter die Planungen für die Zeit nach Corona vorantreiben, bleibt die Stadtbibliothek auch in diesen Tagen für die Inhaber von Bibliotheksausweisen weiterhin nutzbar. Das Stichwort ist dabei “Onleihe”, also das Online-Angebot der Stadtbibliothek, das es bereits seit Jahren gibt, immer wieder ausgebaut wurde und in diesen Tage besonders wichtig wird.

Auf unsere Anfrage hin sagt Bibliotheksdirektor Jan-Pieter Barbian: „Unabhängig von der Schließung der Bibliotheken sind folgende Online-Angebote weiterhin uneingeschränkt mit einem Benutzerausweis der Stadtbibliothek über den heimischen PC und/oder über mobile Geräte nutzbar: die Onleihe mit mehr als 40000 eMedien, der PressReader mit rund 6000 Zeitungen und Zeitschriften aus 100 Ländern in 60 Sprachen, Filmfriend als neuer Streamingdienst mit einem reichhaltigen Angebot an Spiel-, Dokumentar- und Kinderfilmen, Rosetta Stone als Internetplattform zur Erlernung von Fremdsprachen.”

Für Studierende, Lehrer, Wissenschaftler und andere Interessierte, sei die Information wichtig, das einige Anbieter von Online-Diensten, wie zum Beispiel Munzinger und Brockhaus, aktuell die für die Bibliothekskunden kostenlos zur Verfügung stehenden Angebote noch einmal erweitert hätten. Alle diese Angebote und passende Informationen würden fortlaufend aktualisiert und weitergegeben, versichert Barbian. Im Übrigen sei die Verwaltungsabteilung der Stadtbibliothek „wie immer um diese Jahreszeit” mit der Inventur beschäftigt. Eingehende Rechnungen und alle Haushaltsangelegenheiten müssten weiter bearbeitet werden.

Jan-Pieter Barbian ist Direktor der Stadtbibliothek. Foto: Friedhelm Krischer

Auch in der Personalverwaltung fielen, unabhängig von Schließungszeiten, zahlreiche Arbeiten an. Vor allen Dingen würden weiterhin Medien gesichtet, ausgesucht und bestellt, die nach Anlieferung registriert und bezahlt werden müssten. Damit trage die Stadtbibliothek auch zum Erhalt der Buchhandlungen in Duisburg bei, die zurzeit erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssten. Denn der Bestell- und Lieferservice, den Duisburger Buchhandlungen anböten, könnten das normale Tagesgeschäft der Laufkundschaft nur in  Bruchteilen ausgleichen. Für Barbian sei es selbstverständlich, dass neue Bücher für die Stadtbibliothek mit ihrer Zentrale an der Steinschen Gasse und allen Zweigstellen in den Stadtteilen beim Duisburger Buchhandel gekauft werden. Das sei auch in Corona-freien Zeiten so.

Bei der Stadtbibliothek seien gerade jetzt die IT-Spezialisten besonders gefragt, so Jan-Pieter Barbian: Sie sorgten dafür, dass die elektronische Datenverarbeitung weiterhin einwandfrei laufe. Server müssten gewartet werden und eine erforderliche Umstellung der IT-Infrastruktur werde nun auch in Kooperation mit der DU-IT für die Zweigstellen vorangetrieben.

Barbian weist darauf hin, dass in diesen Tagen die Leihfristen automatisch verlängert würden, auch dann, wenn man in den letzten Tagen vor der Bibliotheksschließung per Mail eine Erinnerung bekommen habe, dass die Leihfrist in wenigen Tagen ablaufe. Und noch eins: Auch die Gültigkeit der Bibliotheksausweise werde so lange verlängert, wie die erzwungene Schließung andauere. Das heißt: Man kann auch mit einem Bibliotheksausweis, der in diesen Tage abgelaufen ist, das Online-Angebot der Stadtbibliothek noch nutzen.