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Coronavirus in Duisburg: App bringt Studenten und Unternehmen zusammen

Jobvermittlung in der Corona-Krise : App-Macher wollen Landwirten helfen

Die studentische Jobvermittlungs-App Zenjob weitet wegen der Corona-Krise ihr Geschäftsfeld vorzeitig auf Duisburg aus. Sie könnte dabei helfen, die Personallücken bei den Landwirten in der Region aufzufüllen.

Die Corona-Krise macht der Wirtschaft in der Region zu schaffen. Durch das Wegbleiben der Saisonarbeitskräfte fehlen zum Beispiel den Landwirten in Duisburg und Umgebung dringend benötigte Erntehelfer. Außerdem ist auch der Personalbedarf in derzeit stark beantspruchten Branchen wie dem Lebensmitteleinzelhandel gestiegen. Neben öffentlichkeitswirksamen Rufen nach freiwilligen Helfern ruft diese Entwicklung auch neue wirtschaftliche Akteure auf den Plan. Einer davon ist das Berliner Personaldienstleistung-Startup Zenjob, das seinen Geschäftsbereich wegen der Corona-Krise nun früher als ursprünglich geplant auch auf Duisburg ausdehnt.

Rein rechtlich gesehen ist Zenjob (www.zenjob.de) ist ein technologieorientierter Personalservice-Dienstleister, der studentische Aushilfskräfte an Unternehmen überlässt. Über die von Zenjob angebotene Smartphone-App können Studenten kurzfristige Jobs auf Stundenbasis oder Nebenjobs für drei bis sechs Monate buchen. Das Handling der App ist modern-unkompliziert. Unternehmensangaben zufolge überlässt Zenjob im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung inzwischen bereits mehr als 12.000 Studenten monatlich in unterschiedliche Branchen. Zu den Kunden zählen bekannte Unternehmen wie Flixbus, die Einzelhandelskette Uniqlo und die Mercure Hotelgruppe.

Dass Zenjob ausgerechnet jetzt sein Geschäftsfeld ausweitet, kommt nicht von ungefähr. Man habe sich wegen der aktuell hohen Personalnachfrage in der Lebensmittel- und Logistikbranche sowie im Gesundheitswesen und in der Landwirtschaft dazu entschieden, früher an den Start zu gehen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Zenjob wolle dafür sorgen, dass Studierende die Unternehmen während der Corona-Krise schnell unterstützen und in den kommenden Wochen ein wichtiges Rückgrat für die betroffenen Branchen bilden könnten. “Nicht nur in Supermärkten und Drogerien, sondern auch im Gesundheitswesen, in der Logistik und in der Landwirtschaft ist ein enormer Personalmangel zu erwarten“, sagt Fritz Trott, Geschäftsführer des Unternehmens. „Erste Anfragen aus dem Gesundheitswesen sind bereits bei uns eingegangen. Studierende können kurzfristige Unterstützung bei administrativen Tätigkeiten leisten und bei Bedarf beim Aufbau von Notstationen helfen.”

Zenjob ist inzwischen in 14 deutschen Städten verfügbar. Neben Duisburg sind das unter anderem die Ruhrgebietsmetropolen Essen, Bochum und Dortmund sowie Großstädte wie München Berlin und Köln. Aktuellen Corona-Sicherheitsbestimmungen wird das Unternehmen durch die Natur seines Angebots gerecht. Einstellungs- und Vorbereitungsgespräche mit den Studierenden führt der Dienstleister digital durch, so dass in der aktuellen Situation keine physischen Treffen stattfinden müssen. Gleichzeitig könne so sichergestellt werden, dass es sich um geeignete Arbeitskräfte handele, heißt es dazu von Zenjob. Auch der Kundenkontakt mit Geschäftskunden könne rein digital ablaufen.