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Coronavirus Duisburg: Überblick zu Behelfsklinik, Ärzten, Polizei, Apotheken

Behelfsklinik, mehr Ärzte, Sonderstreifen : So rüstet sich Duisburg in der Coronakrise für den Ernstfall

Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Personen in Duisburg steigt. Wann der Höhepunkt erreicht wird, kann niemand sagen. Die Stadt richtet vorsorglich eine neue Klinik her und rekrutiert Fachkräfte aus dem Ruhestand.

Die Corona-Fallzahlen in Duisburg steigen. 172 Menschen sind infiziert, 23 befinden sich im Krankenhaus. Zwar sind die Zahlen im Vergleich zu anderen Städten und Regionen in NRW weiterhin nicht hoch, doch ob sich diese Entwicklung ins Gegenteil verkehrt, ist noch nicht abzusehen. Um für alle Evantualitäten gerüstet zu sein, laufen in Duisburg diverse Vorbereitungen. Eine Übersicht.

Behelfskrankenhaus Um angesichts einer steigenden Anzahl von Patienten weiter die medizinische Versorgung sicherstellen zu können, hat der Krisenstab der Stadt beschlossen, ein Behelfskrankenhaus auf einer Station in der Rhein Klinik Laar zu errichten. Die Rhein Klinik ist eine Einrichtung für geriatrische Rehabilitation der Helios-Gruppe. „Wir haben an der Rhein Klinik die zweite Etage (Station 2) leer gezogen“, sagt Helios-Sprecher Valentin Riemer am Dienstag auf Anfrage der Redaktion. Die Station 2 werde nun von der Feuerwehr Duisburg als Akutstation hergerichtet. „Auf den Stationen 3, 4 und 5, die sich in den darüber liegenden Etagen befinden, geht der normale, wenn derzeit auch etwas eingeschränkte, geriatrische Rehabilitationsbetrieb weiter“, so Riemer. Somit seien die Akutstation der Feuerwehr und die Reha-Stationen der Rhein Klinik komplett voneinander getrennt und jeweils unabhängig betrieben. Die Station 2 ist nicht für die Aufnahme von Covid-19-Patienten vorgesehen, sondern soll Patienten aus den Duisburger Kliniken aufnehmen und versorgen, die zwar noch einer stationären, aber keiner intensivmedizinischen Pflege und Versorgung bedürfen. Die Hilfsorganisationen I.S.A.R. Germany und BRH Bundesverband Rettungshunde unterstützen die Stadt Duisburg bei dem Vorhaben und stellen der Verwaltung ihre für internationale Hilfseinsätze vorgesehene Ausrüstung zur Verfügung. Wie einer Mitteilung der Hilfsorganisationen zu entnehmen ist, wurde das Material bereits am Montagabend aus einem Lager in Hünxe nach Duisburg gebracht. Dazu gehören unter anderem Röntgengeräte, Geräte zur Sterilisation von medizinischer Ausrüstung, Geräte zur Blutanalyse sowie Intubationsausrüstung und Defibrillatoren. Außerdem stellen die Organisationen der Stadt Atemschutzausrüstung und Gesichtsmasken zur Verfügung.

Aufruf der Stadt an Ärzte und Pfleger im Ruhestand Die Stadt hat noch einmal Ärzte und Pflegekräfte, die aktuell keine Beschäftigung haben, aufgerufen, sich über die Email-Adresse: spontanhelfer@feuerwehr.duisburg.de zu melden. Die Feuerwehr wird jede Meldung aufnehmen und sich mit den Helfern in Kontakt setzen. Eingesetzt werden können die Helfer zum Beispiel an den beiden Sichtungs- und Testentnahmestellen sowie in dem bereits genannten neuen Behelfskrankenhaus in Laar.

Vorbereitungen der Polizei Auch die Duisburger Polizei hat in den vergangenen Tagen und Wochen Vorbereitungen getroffen, um ihre Einsatzbereitschaft in der Stadt gewährleisten zu können. So ist Beamten Homeoffice gestattet, die für ihren Dienst nicht zwingend in ihren Wachen, auf dem Präsidium oder auf der Straße sein müssen. Außerdem habe die Behörde alle Beamten für die Hygieneanweisungen des Robert-Koch-Institutes senisibilisiert, sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion auf Nachfrage. Auch im Wachdienst gebe es nun Absprachen, mit denen die Polizei dafür Sorge trage, dass unter den Beamten und zwischen den verschiedenen Dienstgruppen möglichst wenig persönliche soziale Interaktion stattfinde. Ziel dieser Maßnahmen sei es, zu jeder Zeit die maximale Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Sonderstreifen zur Überwachung der Kontakbeschränkungen gebe es derzeit zwar noch nicht, sie seien für die Zukunft aber keinesfalls ausgeschlossen. Die Polizei sei dahingehend sensibilisiert.

Die Rhein Klinik in Laar ist eigentlich eine Reha-Einrichtung. Nun wird die Station 2 vorübergehend in eine Akutstation umgewandelt. Foto: Tim Harpers

Bürger, die Verstöße gegen das Kontaktverobt feststellen, sollen der Polizei zufolge zunächst an das Ordnungsamt wenden. Wenn man dort nicht weiterkommt, könne man auch auf der nächsten Polizeiwache anrufen. Die entsprechenden Nummern finden sich im Internet. Die 110 sei nach Möglichkeit aber für echte Notfälle freizuhalten.

Die Apotheken Die Apotheker in Duisburg haben sich in den vergangenen Tagen mit der Frage beschäftigt, ob sie den Sonntag in der Krise als zusätzlichen Öffnungstag anbieten sollen. Die Entscheidung fiel dagegen, wie aus einer Mitteilung des Apothekerverbands von Dienstag herorgeht. Zwar könne es in Einzelfällen vorkommen, dass Apotheker dieses Angebot der Landesregierung annehmen, durch die Notdienste sei die Versorgung der bürger aber auch so sichergestellt, sagt Christoph Hermann, Sprecher der Apotheker in der Stadt. „In der Krisenzeit werden die Öffnungszeiten eher eingeschränkt werden müssen, um das Fachpersonal in Anbetracht der enormen Kunden- und Patientenfrequenz zu schützen und zu schonen.“

Ein Grund, um Arzneimittel zu hamstern, sei das aber nach Angaben des Apothekensprechers nicht. Nachgefragt seien derzeit vor allem rezeptfreie Schmerz- und Fiebermittel sowie Zink- und Vitaminpräparate. „Bei solchen rezeptfreien Arzneien gibt es viele Präparate verschiedener Hersteller und daher keinen Mangel. Die Apotheken haben sich zudem gut vorbereitet und die Lagerbestände erhöht.“