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Coronakrise in Duisburg: Dehoga und Restaurants fordern klare Strategie für Exit

Coronkrise in Duisburg : Restaurants fordern klare Exit-Strategie

Über Schulöffnungen wird derzeit intensiv diskutiert, Läden öffnen ab Montag, doch Restaurants bleiben weiter zu. Gaststätten-Betreiber in Duisburg kritisieren die Kommunikation des Bundes und wollen Planungssicherheit.

Die Gastronomen in Duisburg sind von den Entscheidungen der Politik im Umgang mit der Corona-Krise enttäuscht. Nachdem Bund und Länder am Mittwoch angekündigt haben, dass Geschäfte in der kommenden Woche unter Auflagen wieder öffnen dürfen, bleiben Res­taurants und Kneipen weiter geschlossen. Auch für die Schulen arbeitet das Land NRW an einem Plan, der in die Normalität zurückführen soll. Gaststätten bleiben bislang unerwähnt. „Die Soforthilfen waren gut und wichtig, aber jetzt gibt uns die Politik keinen Ausblick mehr, wann und wie es weitergehen soll“, sagt Marc Weber, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Duisburg.

Viele Betreiber in der Stadt mussten bereits ihr Eigenkapital einsetzen, um die Rechnungen bezahlen zu können. „Fast alle sind nach Insolvenzrecht quasi pleite“, sagt Weber, der selbst ein eigenes Restaurant in Duisburg mitbetreibt – das Webster Brauhaus, ein uriger Laden am Dellplatz. Geschäftsführerin Jutta Rozanski berichtet von der Hoffnung, eigentlich am 3. Mai wieder öffnen zu können. „Wir haben gestern die Pressekonferenz der Bundeskanzlerin im Fernsehen angesehen, aber zu Restaurants wurde leider nichts bekannt gegeben“, sagt sie. Sie betreibt das Webster seit 28 Jahren, man habe immer gut gewirtschaftet, aber wenn alles so weitergeht, stehe es schlecht um die Branche. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr irgendwie überleben.“

Auch das Brauhaus hat die finanziellen Hilfen der Regierung beantragt und nach Angaben von Weber schnell erhalten. Das sei aber nicht überall so geschehen. „Unsere Nachbarn etwa sind auf eine der Fake-Seiten im Internet hereingefallen.“ Betrüger hatten mehreren Medienbericht zufolge vergangene Woche die komplette Website des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums gefälscht, um damit offenbar Corona-Soforthilfen auf eigene Bankkonten umzuleiten. Daraufhin wurde das Programm vorübergehend abgeschaltet. „Die Nachbarn haben bis heute kein Geld von der Regierung erhalten“, sagt Weber. Die Hilfen, die er selbst erhalten hat, sollen drei Monate ausreichen, es müsse aber auch einen Plan für die Zeit danach geben. „Selbst wenn die Restaurants wieder öffnen, werden sie nicht die Umsätze von vor der Krise erzielen.“

Im Webster bereitet sich Rozanski darauf vor, zumindest im Sommer wieder Essen servieren zu können. „Wir stellen uns darauf ein, Tische voneinander abzutrennen und planen nur mit einem Bruchteil der Gäste“, sagt sie. Derzeit habe man alle Abgaben und Verträge soweit zurückgefahren, dass die Ausgaben so niedrig wie möglich liegen. Für den Strom würden sonst allein 60 Euro pro Tag fällig werden. Auch sie fordert von den politischen Entscheidungsträgern mehr Planungssicherheit. Man könne nicht wie etwa der Einzelhandel ein paar Tage vorher erfahren, dass es plötzlich wieder erlaubt sei, die Türen zu öffnen. „Wir brauchen dringend einen Leitfaden dazu“, sagt Rozanski.