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Corona-Pandemie: Drastischer Anstieg bei der Kurzarbeit in Duisburg

Coronavirus in Duisburg : Drastischer Anstieg bei der Kurzarbeit

Die Anzeigen auf Kurzarbeit, die im März bei der Agentur für Arbeit Duisburg eingingen, sind auf über 1800 angestiegen. Im vergangenen Jahr waren es im März noch drei gewesen. Fast alle Branchen sind betroffen.

Auch während der Finanzkrise im Jahr 2009 waren die Auswirkungen auf die Kurzarbeit deutlich geringer: Damals hatten 776 Firmen in Duisburg Kurzarbeit angezeigt – allerdings verteilt auf ein ganzes Jahr. Die Zahlen, die der Agentur bis heute vorliegen, deuteten bereits darauf hin, dass die aktuelle Situation die Dimension der Finanzkrise übersteigen werde, heißt es seitens der Arbeitsagentur. „Wir arbeiten aktuell mit voller Kraft an der Bearbeitung der Anzeigen und anschließend an der Abrechnung“, so Duisburgs Arbeitsagenturchefin Astrid Neese. „Es kommen weiter täglich Anzeigen herein. Viele Arbeitgeber stehen vor erheblichen finanziellen, teils existenziellen Herausforderungen. Uns war es wichtig, die Unternehmen über die erleichterten Regelungen zum Kurzarbeitergeld zu informieren, die rückwirkend zum 1. März in Kraft getreten sind. Nur wenn die Anzeige bis Ende März eingegangen ist, kann das Geld für März nachträglich bezogen werden“, sagte sie am Montag.

Anzeigen auf Kurzarbeit kämen mittlerweile aus nahezu allen Branchen, überwiegend aber aus den Bereichen Transport/Logistik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Messebau und Tourismus.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt und die Arbeitslosenzahl lassen sich aus der Statistik der Agentur für den abgelaufenen Monat allerdings noch nicht ablesen. Stichtag der statistischen Auswertung für die Arbeitsmarktzahlen des März sei der 12. März gewesen, teilte die Arbeitsagentur am Montag mit. Die strengen Regelungen, die auch das Wirtschaftsleben lähmen, seien erst danach in Kraft getreten.

„Die Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit werden sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Schon im April werden wir mit einem deutlichen Anstieg rechnen müssen, auch wenn wir zunächst auf die Wirkung der Kurzarbeit setzen“, erklärte Duisburgs Agenturchefin Astrid Neese. Mit der Kurzarbeit könnten Betriebe ihre Mitarbeiter im Unternehmen halten und so Arbeitslosigkeit vermeiden. „Hier liegt im Moment ein Schwerpunkt unserer Arbeit, neben der rechtzeitigen Leistungsgewährung für arbeitslose Menschen,“ so Astrid Neese.

„Für eine Zeit nach der Corona-Krise sollte uns die aktuellste Entwicklung der Beschäftigung in Duisburger Unternehmen Mut machen. Im September 2019 – das ist der aktuellste Wert – waren 178.319 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das sind 1455 Beschäftigte mehr als im Quartal zuvor. Damit konnte Duisburg nochmals einen Anstieg um 0,8 Prozent verzeichnen“, so die Agenturchefin.

Mit Blick auf die Zukunft sei es auch „unbedingt notwendig“, selbst in einem Krisenjahr die Investition in Ausbildung nicht zu vernachlässigen. Der Fachkräftebedarf werde langfristig bleiben.

Daher sei es wichtig, dass die Unternehmen ihre „momentane nachvollziehbare Zurückhaltung“ in Kürze wieder aufhöben und Ausbildungsplätze melden und besetzen würden.“

Hinweise zur Kurzarbeit: Im ersten Schritt zeigen Unternehmen und Betriebe die Kurzarbeit schriftlich bei der Agentur für Arbeit an. Vordrucke und weitere Informationen sind im Internet unter www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit zu finden. Arbeitgeber füllen den Ausdruck aus, scannen die unterschriebene Kurzarbeitsanzeige und senden sie per E-Mail an Essen.031-OS@arbeitsagentur.de.