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Corona-Lockerungen in Duisburg: Verwaltung öffnet schrittweise

Coronavirus in Duisburg : Stadtverwaltung öffnet die Ämter wieder schrittweise

In Duisburg mussten bisher nie mehr als 20 Corona-Patienten intensiv behandelt oder beatmet werden. Die Stadt plant Lockerungen und will die Bürgerservicestellen und einige Ämter wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Zahl der Corona-Toten steigt auf 20.

Die Stadt sieht Duisburg in der Corona-Krise weiter gut aufgestellt., auch wenn es inzwischen 20 Tote im Zusammenhang mit der Pandemie zu beklagen gibt. Darauf wiesen am Mittwoch Oberbürgermeister Sören Link, Krisenstabs-Leiter und Dezernent Ralf Krumpholz, Ordnungsdezernent Paul Bischof und Thomas Krützberg, Dezernent für Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales im Rahmen einer Video-Pressekonferenz hin. „Im Moment liegen wir bei rund 18 Neuinfizierten pro Tag“, erklärte Krumpholz. Aktuell liege die Zahl der Erkrankten bei rund 200, in der Spitze seien es maximal 280 gewesen. Insgesamt haben sich rund 800 Duisburger mit dem Coronavirus infiziert, wovon die meisten aber inzwischen schon wieder genesen seien.

„Wir sind mitten in der Krise und noch nicht durch“, warnte der Leiter des Krisenstabs. Die Zahl Infizierter in den Krankenhäusern sei nie größere als 60 gewesen, die Zahl der Infizierten, die auf der Intensivstation landeten oder beatmet werden müssen, sei nie größer als 20. Dennoch könnten die Krankenhäuser nicht einfach wieder in den Normalmodus schalten, weil auch eine „zweite Welle“ nicht auszuschließen sei.

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  • Corona-Test im Labor. ⇥Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Oberbürgermeister Link betonte, dass die Stadt bisher gut durch die Krise gekommen sei, weil man auch frühzeitig Maßnahmen ergriffen und teilweise deutlich früher umgesetzt habe als vom Land vorgeschrieben. „Von Lockerungen können wir nur reden, wenn wir die Menschen weiter für die Gefahren sensibilisieren und die Maßnahmen mit Maskenschutz flankieren.“ Deshalb geht die Stadt auch behutsam bei Lockerungen vor: So sind ab der kommenden Woche einige Dienststellen der Stadtverwaltung unter bestimmten Vorgaben wieder geöffnet. In einem ersten Schritt werden ab Montag, 4.Mai, die Bürgerservicestationen, das Standesamt, die Einbürgerungsstelle, die Ausländerbehörde, das Amt für Rechnungswesen und Steuern, das Straßenverkehrsamt und die Offenlagen der Bauverwaltung mit Terminvereinbarungen geöffnet. Auch die Beantragung von Parkausweisen ist wieder möglich. Das Stadtarchiv und die Stadtbibliothek sind bereits geöffnet. Termine können nur mit einem Mund-Nasenschutz wahrgenommen werden und wenn diese zuvor telefonisch oder per E-Mail vereinbart wurden. Ohne Termin wird kein Einlass gewährt. Überall dort, wo es möglich ist, sollen die Anliegen nach Möglichkeit weiterhin telefonisch, per E-Mail oder per Post geklärt werden. Die Kontaktdaten sind auf der Internetseite der Stadt einsehbar oder können über das CallCenter unter der Telefonnummer 0203 94000 erfragt werden. Viele Anliegen ließen sich auch online erledigen. Eine Übersicht hierzu gibt es auf der Homepage der Stadt unter dem Stichwort Bürgerportal. Eine Online-Terminvergabe im Bereich der Bürgerservicestationen ist unter www.duisburg.de/termine möglich. Nach Auswertung der Erfahrungen der ersten Öffnungsrunde und in Abhängigkeit der aktuellen Lage sollen in einem zweiten Schritt alle weiteren Verwaltungsbereiche für den gesteuerten Publikumsverkehr geöffnet werden.

In den städtischen Kindertagesstätten ist derzeit ein Drittel der Mitarbeiterinnen im Einsatz. 1041 Kinder seien derzeit in der Notbetreuung, erläuterte Thomas Krützberg. Jede Erweiterung der Anspruchsberechtigten bei der Notbetreuung bedeute bis zu 30 Prozent mehr Kinder in der Betreuung. So sei die Zahl der Kinder durch die Hinzuziehung der Alleinerziehenden von vergangenem Freitag auf Dienstag direkt um 234 angestiegen. In den Schulen sind zurzeit 410 Kinder notbetreut.

 Da die Krankenhäuser Kapazitäten frei haben, brauchte das Behelfskrankenhaus bisher nicht in Anspruch genommen werden.
Da die Krankenhäuser Kapazitäten frei haben, brauchte das Behelfskrankenhaus bisher nicht in Anspruch genommen werden. Foto: Stadt Duisburg/Sylvia Kleinrensing

Link und Krützberg beklagten sich über die ihrer Meinung sehr kurzfristigen Verfügungen des Landes bei der Wiedereröffnung der Schulen. „Theoretisch könnten kurzfristig 49.000 zusätzliche Schüler in Duisburg zur Schule müssen. Das können die Kollegen nicht stemmen“. so Krützberg. Er erwarte möglichst schnell „klare Vorgaben“: Welche Klassen sollen wieder anfangen? In welchen Fächern? „Wir brauchen längere Vorbereitungszeiten. Ich muss doch wissen, ob wir an eine Schule 30 oder 3000 Liter Desinfektionsmittel transportieren müssen.“

Link bezeichnete die Kritik von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet an die Adresse der Schulen und Schulträger bei der Umsetzung der Wiedereröffnung als „Unverschämtheit“ und „Schlag ins Gesicht von Lehrern und Mitarbeitern“. Die Pandemie-bedingten finanziellen Verluste lägen bisher im „deutlich zweistelligen Millionenbereich“, so der Oberbürgermeister. Dies liege sowohl an Mehrausgaben als an Einnahmeausfällen. Die Stadt listet die Kosten gerade auf und erwartet Unterstützung: „Es kann doch nicht sein, dass unsere gute Finanzplanung nun wieder über Jahre zurückgeworfen wird.“