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Corona in Duisburg: Stadt richtet Sichtungszentrum ein - keine Ausgangssperre

Coronavirus in Duisburg : Stadt richtet medizinisches Sichtungszentrum ein

Die Stadt hat ein „medizinisches Sichtungszentrum“ an der Gesamtschule Süd an der Großenbaumer Allee eingerichtet. Eine Ausgangssperre wie in Freiburg oder Leverkusen wird es in Duisburg zunächst nicht geben.

Um die zentralen Notaufnahmen und hausärztlichen Praxen in Duisburg zu entlasten, steht für mobile Patienten ab sofort ein medizinisches Sichtungszentrum bereit. Das teilte die Stadt Duisburg am Freitag mit. Kranke Menschen, die sich unschlüssig sind, ob sie einen Arzt aufsuchen müssen, sollten sich zunächst im medizinischen Sichtungszentrum vorstellen. Die neue Einrichtung an der Gesamtschule Süd, Großenbaumer Allee 168, könne in der Zeit von 8 bis 20 Uhr besucht werden. Patienten erreichen das Sichtungszentrum durch den Seiteneingang der Gesamtschule an der Straße „Am Dickelsbach“. Dabei sollten Patienten der Beschilderung folgen. Wichtig sei, dass Patienten ihre Versichertenkarte und ihren Personalausweis mitbringen.

Im medizinischen Sichtungszentrum würden Patienten zunächst von einem Arzt untersucht. Stellt dieser dann eine Behandlungsbedürftigkeit fest, so erhalten Patienten eine entsprechende Dokumentation. Mit dieser könnten sie im Anschluss ihren Hausarzt oder eine Notaufnahme aufsuchen. Sollte der Arzt im Sichtungszentrum bei Patienten die Notwendigkeit einer Testung auf den COVID-19-Virus (Corona) feststellen, so werde dieser Test durch das auf dem Schulgelände befindliche Corona-Testzentrum durchgeführt.

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Den ersten Dienst am Freitag übernahm dabei der Mediziner Dr. Arne Molenthin. Er hatte sich freiwillig für die Arbeit in dem neuen medizinischen Sichtungszentrum zur Verfügung gestellt. Früher war der Arzt als Chirurg in Essen tätig.

 Das Sichtungszentrum ist direkt neben dem Drive-in-Testzentrum, wo Patienten im Auto auf das Virus getestet werden.
Das Sichtungszentrum ist direkt neben dem Drive-in-Testzentrum, wo Patienten im Auto auf das Virus getestet werden. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Für Schlagzeilen sorgte am Freitag die Stadt Leverkusen. Sie schloss sich dem Vorgehen der Stadt Freiburg an, wo zuvor schon Ausgehverbote verhängt worden waren. Eine Ausgangssperre für Duisburg ist dagegen zunächst nicht geplant. Das teilte die Stadt am Freitag auf Anfrage der Redaktion mit. Es mache keinen Sinn, dass Duisburg eine solche Sperre verhänge, wenn es die unmittelbaren Nachbarstädte wie Düsseldorf, Oberhausen oder Moers es anders handhabten.

Dies sei den Menschen nur schwer zu vermitteln, erklärte Stadtsprecherin Anja Kopka. Sie verwies darauf, dass Duisburg mit seinen Anordnungen ohnehin schon über die Regelungen des Landes NRW hinausgegangen sei. Die Umsetzung müssten die Mitarbeiter des Ordnungssamtes schon jetzt alleine stemmen, was viele Kräfte bündele. Die Polizei könne zurzeit nur zur Hilfe geholt werden, wenn sich Menschen widersetzten und dem Ordnungsamt gegenüber renitent verhielten.

Feuerwehr und Polizei weisen nochmals ausdrücklich darauf hin, dass über die Notrufnummern 112 und 110 keine Informationen zum Corona-Virus zu bekommen sind. Alle sollten den Notruf für Notfälle unbedingt freihalten.

Jeder kann helfen die Ausbreitung des COVID-19-Virus einzudämmen. „Halten Sie sich an die Hygieneempfehlungen und bleiben Sie möglichst zuhause“, rät die Stadt.

(mtm)