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Corona in Duisburg: Gesellschaft für Wirtschaftsförderung besonders gefragt

Coronavirus in Duisburg : Corona versetzt Duisburgs Wirtschaft in den Krisenmodus

Die Wirtschaftsförderung steht vor einer ihrer schwersten Bewährungsproben. Geschäftsführer Ralf Meurer will auch kleineren Unternehmen zur Seite zu stehen. Hilfen von Bund und Ländern sollen auch in Duisburg ankommen.

Ralf Meurer ist schon lange dabei: Seit der Gründung des Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) Duisburg im Jahr 1988 ist er dort tätig. Dass die GFW trotz aller Unzulänglichkeiten durchaus krisenerprobt ist, hat sie in der Vergangenheit schon häufiger unter Beweis gestellt. „Bei der Finanzkrise oder der Millenniums-Umstellung gab es auch für viele Firmen Probleme“, sagt der GFW-Chef im Gespräch mit unserer Redaktion. Aber diesmal sei alles anders. „So etwas haben wir noch nie erlebt. Diese Krise betrifft nicht einzelne Branchen, sondern wirklich alle. Auch den kleinen Kiosk oder den Kleinunternehmer, der sich gerade selbstständig gemacht hat.“

Die städtische Wirtschaftsförderung arbeitet zurzeit im Krisenmodus. Andere Themen als die Auswirkungen der Corona-Pandemie müssen in den Hintergrund treten, spielen im Arbeitsalltag aber auch keine wirkliche Rolle mehr. Rund 95 Prozent der Post und der E-Mail-Eingänge drehten sich um das Thema Coronavirus. „Anfragen nach Gewerbeflächen gibt es zurzeit so gut wie gar nicht mehr. Einzige Ausnahme: Ein Unternehmen, das ein Zwischenlager in Italien betreibt, brauchte eine Alternative.“

Ein Großteil der Beschäftigten der Wirtschaftsförderung arbeitet zurzeit im Homeoffice – und kann sich vor Anfragen kaum retten. Um den Anfragen gerecht werden zu können, verweist die GFW auf ihre Website (www.gfw-duisburg.de) und einen Corona-Sondernewsletter, dessen vierte Auflage gerade in Vorbereitung ist. Bei den Anfragen tauchen einige Bereiche immer wieder auf. Dabei geht es auch um Themen wie die Stundung kommunaler Steuern und Gebühren, Umsatzsteuervoranmeldungen, Sozialversicherungsabgaben, Liquiditätshilfen wie Kreditprogramme oder Bürgschaften und natürlich auch Fragen zum Kurzarbeitergeld.

Die GFW kann selbst keine Kredite vermitteln, weiß aber, an wen sich Unternehmen wenden können. „Wir haben zunächst alle Quellen gesammelt und können nun schnell sagen, wer an welcher Stelle Hilfe erwarten kann“, so Meurer. Ab Freitag, so hofft er, soll es dann schnelle und unbürokratische Hilfe durch die Zusagen von Bund und Land geben. „Es soll dann klare Regelungen geben, und die Beantragung kann online erfolgen.“ Die Zeit, die Firmen jetzt noch haben, ist sehr unterschiedlich und branchenabhängig: „Für einige ist der Umsatz von jetzt auf gleich komplett weggefallen. Andere haben gerade renoviert oder anderweitig investiert – für die ist es besonders dringend“, berichtet der GFW-Geschäftsführer.

Auch für die GFW ist Flexibilität gefragt. Ob die von März auf Juni stattfindende Gewerbeimmobilienmesse MIPIM in Cannes noch ein Thema ist, wird sich vermutlich erst kurzfristig entscheiden. Und die für Duisburg weitaus wichtigere Messe, die Expo Real in München, traditionell immer Anfang Oktober, ist ebenfalls fraglich. „Selbst wenn sie stattfindet, werden wir uns fragen müssen, ob wir dabei sind, wenn wir gleichzeitig noch weiter im Krisenmodus arbeiten müssen.“

Unklar ist, wie lange Unternehmen in Duisburg die derzeitige Durststrecke aushalten können. „Das ist sehr unterschiedlich. Allerdings gilt: je kürzer, desto besser.“ Dennoch sieht Meurer für einige Bereiche aber sogar Chancen aus der Krise erwachsen: „Das Thema Homeoffice wird künftig eine größere Rolle spielen. Alle, die in diesem Bereich der Kommunikation tätig sind, werden davon später profitieren. Das gilt auch für digitale Lernangebote im Bereich der Schulen und die damit verbundene Infrastruktur.“

Unternehmer, die Anfragen an die Wirtschaftsförderung haben, melden sich am besten an corona-info@gfw-duisburg.de per Mail. Bei Bedarf ruft dann ein GFW-Mitarbeiter zurück.