1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Corona-Impfung für Jugendliche: Land NRW will Shuttle-Bus nicht zahlen 

Corona-Impfung für Schüler : Land will Shuttle-Bus zum Impfzentrum in Duisburg nicht zahlen

Rund 50.000 Schüler könnten sich in Duisburg impfen lassen. Die Stadt setzt dafür Busse ein, die Kinder und Jugendliche zum Impfzentrum fahren. Nun gibt es deshalb Streit mit dem Land: Die Kosten werden nicht übernommen.

Um Kinder zwischen 12 und 17 Jahren zu impfen, hat sich die Stadt ein ungewöhnliches Konzept überlegt. Während etwa in Düsseldorf direkt an den Schulen geimpft wird und es anderswo die Spritze nur beim Kinderarzt gibt, fahren in Duisburg Busse von mehr als 50 Schulen zum Impfzentrum. Täglich, von 9 bis 16 Uhr, hin und nach dem Piks wieder zurück. Ein niederschwelliges Impfangebot nennt das Krisenstabsleiter Martin Murrack.

Um dieses Angebot ist nun ein Streit mit dem Land entbrannt. Denn dort will man die Kosten  für die Busse nicht zahlen. Nach Angaben der Stadt geht es um rund 27.000 Euro, die an die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) gezahlt werden.

Ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums (Mags) bestätigte, dass solche Transferkosten – anders als die Aufwendungen für Impfungen vor Ort an den Schulen durch mobile Impfteams – generell nicht übernommen würden. Dies habe aber keine finanziellen Gründe. Man wolle keinen unnötigen Druck auf Schüler ausüben, die sich nicht impfen lassen wollen. „Die Entscheidung für eine Impfung ist eine sehr persönliche und beruht auf Freiwilligkeit. Den hierfür erforderlichen vertraulichen Rahmen sehen wir durch den Einsatz von Shuttle-Bussen nicht gewährleistet“, teilte ein Mags-Sprecher am Mittwoch mit.

  • Kinder ab 12 können geimpft werden.
    Impfpflicht, Auffrischung, stillende Mütter : Die elf wichtigsten Fragen zum Impfen
  • Impfwillige - keine Kinder - werden
    Mobile Aktion : Impftermine auch für Kinder ab 12 Jahren in Hilden und Haan-Gruiten
  • NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Archiv-Foto:
    NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer : „Es wird definitiv keine Impfpflicht für Schüler geben“

Weiter heißt es: „Diese Situation könnte, vor allem angesichts des Alters, Druck auf die Kinder und Jugendlichen ausüben, den es zu vermeiden gilt.“ Daher habe sich das Ministerium entschieden, „konzertierte Fahrangebote“ nicht zu erstatten. Impfangebote an den Schulen befürworte das Ministerium aber ausdrücklich.

 Auch Kinder und Jugendliche werden mittlerweile am TaM geimpft.
Auch Kinder und Jugendliche werden mittlerweile am TaM geimpft. Foto: Norbert Prümen

Im Rathaus in Duisburg ist man unterdessen entsetzt über das Vorgehen des Landes. Laut Martin Murrack sei es „lächerlich“, dass das Land die vergleichsweise geringen Kosten von rund 27.000 Euro nicht übernehmen will. „Dass das Land NRW jetzt keine finanziellen Gründe anführt, sondern die Freiwilligkeit der Impfung in Frage stellt, ist ehrlich gesagt ein Beleg dafür, dass man sich dort weit von der Realität vor Ort entfernt hat“, so der Stadtdirektor auf Anfrage. Zuerst hatte die „WAZ“ über den Fall berichtet.

Das Infektionsgeschehen an den Schulen sei so turbulent wie zu keiner Phase der Pandemie, betonte Murrack. Es gebe „eindeutig Bedarf für praktikable Impfangebote“. Zur Impfung benötigte man die Zustimmungserklärung der Eltern, zudem gebe es eine Impfberatung vor Ort durch Kinderärzte. „Viele Eltern haben einfach nicht die Zeit oder die Möglichkeit, ihre Kinder zum Impfen zu bringen, und die Städte schaffen es logistisch nicht, allen Schulen ein Impfangebot vor Ort zu machen.“ Daher seien Bus-Shuttles der „effektivste Weg“, um allen Schülerinnen und Schülern ein Impfangebot machen zu können.

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, mobile Impfteams an die Schulen zu schicken. Der Plan wurde allerdings aus organisatorischen Gründen verworfen. Potenziell gibt es in Duisburg mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler, die geimpft werden könnten. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 bis 15 Jahren müssen zwingend die von mindestens einem Elternteil unterschriebene Einwilligungserklärung vorlegen. (mit dpa)

(atrie/dpa)