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Commerzbank Duisburg: Kundenzuwachs wegen gebührenfreier Girokonten

Bilanz für 2019 der Commerzbank Duisburg : Gebührenfreies Konto lockt Kunden

Die Meidericher Commerzbank-Filiale blieb am Montag geschlossen. Der Kundenzuwachs im vergangenen Jahr lag bei der Commerzbank Duisburg bei knapp 56 Prozent.

Die Commerzbank plant wegen des Coronavirus bundesweit die vorübergehende Schließung von mehreren Hundert ihrer 1000 Filialen – in Duisburg war am Montag davon lediglich die Filiale in Meiderich betroffen. Die übrigen zehn Filialen der Region Duisburg – dazu gehört auch Moers und Bocholt – hatten dagegen geöffnet. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2019 in der Region Duisburg verzichtete die Commerzbank auf die sonst übliche Pressekonferenz.

Dabei können sich die Zahlen durchaus sehen lassen, insbesondere was die neuen Kunden betrifft: Das Institut gewann in der Region im vergangenen Jahr 2637 neue Kunden dazu, das entspricht einem Zuwachs von 55,8 Prozent. Die Gründe dafür liegen laut Verena Severin auf der Hand: „Wichtiger Erfolgsfaktor war auch 2019 das kostenlose Girokonto. Dieses werden wir weiter anbieten“, so die Niederlassungsleiterin für Privat- und Unternehmerkunden der Commerzbank Duisburg. Das erklärt zum Teil auch die Steigerung des Geschäftsvolumens um 8,6 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro.

Die auch weiterhin niedrigen Zinsen führten zu einem Vermögensverlust. Dieser Werteverlust habe pro Bundesbürger seit 2010 bei insgesamt 1638 Euro gelegen – auch in Duisburg. „Jeder Anleger muss sich überlegen, ob er seine Anlagen unverzinst auf einem Tages- oder Festgeldkonto belässt“, so Verena Severin. Das taten viele Kunden der Bank nicht und vertrauten einem konservativ ausgericheten Vermögensmanagement. Diese Anlageform mache inzwischen einen Anteil von knapp der Hälfte an den Wertpapieranlagen aus. Insgesamt, so die Bank, sei das Wertpapiervolumen in Duisburg um 7,9 Prozent auf jetzt 983 Millionen Euro gestiegen.

Kai Küpper ist zuständig für die Mittelstandsbank in der Region Duisburg. Foto: commerzbank/Commerzbank

Die Niedrigzinsen sorgten bei der Commerzbank 2019 in der Region Duisburg auch für einen Boom bei den Baufinanzierungen, die um rund 40 Prozent gegenüber 2018 zulegten. Insgesamt vergab die Bank auf diesem Sektor Kredite in Höhe von 165 Millionen Euro, bei den Ratenkrediten waren es 20,5 Millionen Euro.

Die Commerzbank will auch künftig ihre Angebote im digitalen und mobilien Bereich ausbauen. Schon jetzt hätten sich bereits 70 Prozent der digitalen Nutzer über ihr Smartphone eingeloggt, 2018 waren es noch 43 Prozent gewesen. Bis 2023 sollen alle Angebote der Commerzbank auch auf dem Smartphone abgeschlossen werden können. Verena Severin versprach, dennoch auch weiterhin auf ein dichtes Filialnetz zu setzen.

Bei den Firmenkunden sei die Zahl „im zweistelligen Bereich“ gesteigert worden, teilte die Bank am Montag mit. „Bei Finanzierungen für den Mittelstand in der Region sind wir um sechs Prozent gewachsen“, erklärte Kai Küpper, der für den Mittelstand zuständig ist. Bei der mittelständischen Wirtschaft in Duisburg drehe sich derzeit viel um die Themen Klimawandel und Digitalisierung. Aber auch die Themen Fachkräftemangel, Unternehmensnachfolge und internationale Handelskonflikte stelle den Mittelstand vor besondere Herausforderungen. Die Commerzbank hat für ihre Kunden aus dem Mittelstand ein neues digitales Beratungsangebot unter der Bezeichnung „Digital Solution Package“.

Mit Workshops sollen Unternehmen dabei einen Umsetzungfahrplan für ihre digitale Transformation entwickeln. Gleichzeitig, so die Commerzbank, baue sie ihr Onlineangebot im Firmenkundengeschäft aus.

(mtm)