Profitlich in Duisburg: Comedian überzeugte mit vollem Einsatz

Profitlich in Duisburg : Comedian überzeugte mit vollem Einsatz

Mit abwechslungsreichen Sketchen sorgte Markus Maria Profitlich bei seinem Auftritt in der Rheinhausenhalle für zahlreiche Lacher. Dabei erwies sich der Komiker buchstäblich als "Pfundskerl".

Comedian Markus Maria Profitlich ist ein "Stehaufmännchen". Von der gesundheitlichen Krise nach einer Lungenentzündung und Kehlkopferkrankung vor zwei Jahren hat er sich wieder erholt und mit seinem gleichnamigen Programm am Freitagabend 500 Zuschauer in der Rheinhausenhalle unterhalten.

Mit abwechslungsreichen Sketchen sorgte er für Lacher, eine zweimal fünf Meter große Leinwand ermöglichte dabei hin und wieder sogar den Zuschauern aus der letzten Reihe, jede Grimasse überlebensgroß zu sehen: Aufgerissene Augen, herabfallende Mundwinkel, die Stirn der Figur des tumben Security-Manns Sven Dudek vor Anstrengung des Nachdenkens gekräuselt. Doch nicht nur die Mimik macht es, Profitlich erzeugt allein durch Betonung und Aussprache Lacher. Mal tanzte und turnte Profitlich mit vollem Körpereinsatz über die Bühne, mal zog er sich an ein Stehpult zurück, um aus dem Buch zum Programm vorzulesen. In diesen Momenten erfährt man von der naiven Sicht des "kleinen Markus" auf die Kriegsgeschichten seines Großvaters ("Opa musste sich sein Bein selbst amputieren - muss wohl Mittwochnachmittag gewesen sein") oder dem Kampf des Pubertierenden gegen seine Pickel.

Ganz besonders erfrischend war die Geschichte, wie er 1987 als Bofrost-Vertreter beim Haustürverkauf von Tiefkühlkost an eine Nymphomanin geriet und ihn nur das Klingeln der Zeugen Jehowas rettete. Trotz der sich verändernden Welt ("Früher hieß die News-App in unserem Dorf Frau Flegel") versucht Profitlich seinen beiden Töchtern die alten Werte weiterzuvermitteln, und so gehört das abendliche Märchen vor dem Einschlafen zur festen Tradition, die auch Freitag eingehalten werden musste. Allerdings verlief der Anruf bei der Tochter, die nach langem Bitten endlich vom Computer abließ, um sich das pädagogisch wertvolle "altmodische Märchen" von ihrem Papa erzählen zu lassen, nicht ganz wie erwartet. Denn leider hatte die Kleine zu Hause bei jedem Satz etwas zu meckern, und auch wenn der Zuschauer ihre Stimme nicht hören konnte, kann man sich ihre verständnislosen Fragen angesichts der unglaublichen Erzählung ihres Vaters vorstellen. Hänsel und Gretel verirrt und frierend im Wald? Wer heißt denn heute bitteschön noch so? Hatten die denn kein Navigationssystem? Und so wurde, Übertragen auf die Erfahrungswelt des Kindes von heute, das Grimm'sche Geschwisterpaar kurzerhand in Lara Croft und Super Mario umbenannt, der Akku ihres TomTom-Navis hatte versagt und frieren mussten sie angesichts der neusten Softshell-Jacken am Körper auch nicht mehr. Das ursprüngliche Lebkuchenhaus besteht 2013 aus Happy Hippos und dank der Lautsprecherfunktion am Telefon konnte die Oma daheim zuhören, wie Profitlich sie der Anschaulichkeit halber kurzerhand zur bösen Hexe erklärte. Dass er sich trotz einiger Kilos auf den Hüften nicht zu schade ist, sich im knappen Sportdress für sein Publikum zum Affen zu machen, bewies der Pfundskerl in einem hautengen Tanzoutfit mit einem politischen Ballettauftritt. Dort tanzte er die Probleme der Nation ("Die Börse geht Baden" - sehr bildhaft mit Taucherbrille und fliegenden Scheinen) zum Vergnügen seiner Zuschauer. Seine beiden Assistenten Andreas (Musik) und Ingrid (Sketchpartnerin) stahlen ihrem Chef nie die Show.

(son)