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Duisburg: Cölve-Brücke wird provisorisch verstärkt

Duisburg : Cölve-Brücke wird provisorisch verstärkt

Zwölf Querträger sollen das Bauwerk verstärken. Vier bis fünf Jahre soll dieses Provisorium halten. Werden 2016 die beantragten Fördergelder vom Land NRW bewilligt, könnte die Brücke abgerissen und neu gebaut werden.

Es gibt jetzt einen "Fahrplan", wie die Städte Duisburg und Moers mit der maroden Brücke An der Cölve umgehen wollen. Geplant ist zunächst eine Übergangslösung: Die Brücke soll behelfsmäßig verstärkt werden, so dass sie auch wieder für Busse sowie Lösch- und Rettungsfahrzeuge befahrbar ist. In ein paar Jahren soll dann ein Ersatz für die Brücke her.

Im Oktober hatte ein Lkw zum wiederholten Mal versucht, die Brücke zwischen Rumeln und Trompet, die auf Moerser Stadtgebiet liegt, unerlaubterweise zu passieren und dabei den Portalrahmen umgerissen.

Die Stadt Moers reagierte umgehend und verengte aus Sicherheitsgründen die Fahrspurbreite auf der Brücke auf zwei Meter. Die Konsequenz: Für breitere Fahrzeuge gibt es kein Durchkommen mehr. Lösch- und Rettungsfahrzeuge und auch die Busse der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) müssen seitdem eine Umleitung fahren. Die DVG hat ihren Fahrplan entsprechend angepasst. Seit Anfang des Jahres fährt die Linie 924 einen großen Bogen über die Haltestellen "Auf der Heide", "Oestrum Bahn" und "Trompet Bahnhof", wodurch sich die Fahrtzeit um sieben Minuten verlängert; die Schnellbuslinie SB 42 endet jetzt an der Haltestelle "An der Cölve".

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Wie einer Verwaltungsvorlage zu entnehmen ist, die dem Planungsausschuss der Stadt Moers in seiner Sitzung am 30. Januar und dem Hauptausschuss dann am 12. Februar zur endgültigen Entscheidung vorgelegt wird, soll die Brücke zuerst nur provisorisch verstärkt werden, weil vor 2016 nicht mit dem Bewilligungsbescheid für die beim Land NRW beantragten Fördergelder für einen Neubau zu rechnen sei. Deshalb müsse "zeitnah eine Interimslösung gefunden werden". Das hätten Vertreter der Städte Duisburg und Moers nach Gesprächen beschlossen.

Die Brücke soll mit zwölf Querträgern verstärkt werden. Danach bestünde wieder die Möglichkeit, das Bauwerk mit Tempo 30 zu befahren — auch für Fahrzeuge des Rettungswesens und für Linienbusse. Nach Aussage eines Ingenieurbüros stelle diese Maßnahme sicher, dass die Brücke "für die Dauer der nächsten vier bis fünf Jahre dem Kfz-Verkehr zur Verfügung gestellt werden kann". 140 000 Euro soll die provisorische Maßnahme kosten. Die Kosten wollen sich Duisburg und Moers teilen — trotz des Umstandes, dass sich die Brücke auf Moerser Gebiet befindet. Denn, so heißt es: "Der Nutzen, den das übergangsweise ertüchtigte Bauwerk erzielt, kommt unzweifelhaft Bürgerinnen und Bürgern beider Städte zugute."

Das Thema Brücke An der Cölve war auch Thema in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Rheinhausen. Siegmund Skrandies, Verkehrsplaner bei der DVG, sagte: "Bis zur Jahresmitte soll eine Entscheidung her, ob es zu einer Ertüchtigung kommt." Die Maßnahme würde nur zwei Monate dauern. Sein Unternehmen hofft, dass es schnell geht. Denn die Umleitung der Linie 924 koste die DVG aufs Jahr gerechnet 150 000 Euro, weil für die längere Strecke ein zusätzliches Fahrzeug inklusive Fahrpersonal zur Verfügung gestellt werden müsse.

Aus diesem Grund, so Skrandies, habe sich das Unternehmen übrigens auch dazu entschieden, die Linie SB 42 kurz vor der Brücke enden zu lassen. "Auch hier wäre sonst ein zusätzliches Fahrzeug und mehr Personal nötig gewesen. Das ist nicht finanzierbar", betonte er. Außerdem, so Skrandies, "wäre bei einer Weiterführung der Linie nach Rumeln-Kaldenhausen über diese Umleitung der ,Charakter Schnellbus' auch nicht mehr gegeben".

Die DVG erachtet die Verkürzung der Strecke aber auch nicht als dramatisch: Die Zahl der Fahrgäste nach Rumeln-Kaldenhausen (etwa 75 pro Tag) sei generell nicht besonders hoch. "Der Bus wird überwiegend von Bergheimer Fahrgästen genutzt", sagte der Verkehrsplaner. Rumeln-Kaldenhausen habe mit der Regionalbahn auch so eine gute Anbindung in die Stadtmitte und sei auch sonst gut angebunden.

Skrandies bat die Nahverkehrsnutzer und Anwohner um Geduld: "Die Straßensituation auf der Umleitungsstrecke ist weiß Gott nicht optimal", sondern "aus der Not geboren", erklärte er. Es würden jetzt weitere Halteverbotszonen eingerichtet, etwa im Einmündungsbereich Lohstraße / Oberfeld, damit die Busse mehr Platz bekommen. Sobald die Brücke ertüchtigt sei, könne der Fahrplan wieder angepasst werden.

(RP)