Cölve-Brücke in Duisburg: Anwohner fühlen sich „verschaukelt“

Duisburg Rheinhausen : Cölve-Brücke: Anwohner fühlen sich „verschaukelt“

Seit inzwischen fünf Monaten wartet die Interessengemeinschaft auf ein von der Stadt Moers in Auftrag gegebenes Gutachten.

(dc) Gisela Furch von der Interessengemeinschaft (IG) Cölve-Brücke ist nicht für eine harsche Wortwahl bekannt. So mancher Kraftausdruck kommt in ihrem Wortschatz einfach nicht vor. Der Satz: „Wir fühlen uns verschaukelt“ ist somit als Ausdruck größter Verärgerung zu werten. Grund für ihren Ausbruch ist das Vorankommen beim Bau einer Behelfsbrücke, die marode Brücke An der Cölve von Trompet nach Schwafheim ist seit Mitte 2017 für Kraftwagen gesperrt (wir berichteten mehrfach). Wobei mit Vorankommen eher „Nicht-Vorankommen“ gemeint ist.

„Seit fünf Monaten warten wir nach der Machbarkeitsstudie nun schon auf ein Gutachten, das die genauen Kosten beinhaltet“, ärgert sich die 67-Jährige. Diese Kostenermittlung, die das Moerser Stadtwerk „Enni“ liefern will, soll unter anderem aufzeigen, wie teuer etwa die Fundamente sind, die für das Einschieben einer Behelfsbrücke erforderlich sind. Insgesamt sind für diese Übergangsbrücke rund 800.000 Euro veranschlagt worden. Geld, das sich laut entsprechender politischer Gremienbeschlüsse die beiden Städte teilen wollen. Nur liegt dieses Gutachten zum Verdruss der IG nicht vor. Furch: „Was dauert daran so lange? Dass die Behelfsbrücke machbar ist, wissen wir doch längst.“

Die Interessengemeinschaft sei vom Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer (CDU) stets als sehr strukturiert und freundlich bezeichnet worden, erzählt Gisela Furch. „Damit ist jetzt aber Schluss.“ Einen Brief, der „mit verärgerten Grüßen“ endet, hat sie der Stadt Moers bereits zukommen lassen, weitere Protestaktionen sind geplant. Beim heutigen Treffen der IG sollen konkrete Maßnahmen beschlossen werden.

Neben der Stadt Moers, auf deren Gebiet befindet sich die kaputte Brücke, sehen Furch und ihre Mitstreiter auch die Stadt Duisburg in der Pflicht. „Von Oberbürgermeister Sören Link muss mehr kommen. Warum macht er nicht mehr Druck in Richtung seines Kollegen? Offenbar hat die Brücke auch im Duisburger Rathaus keine besonders hohe Priorität.“ Das komme bei den Bergheimer Bürgern alles andere als gut an, sagt die IG. DieMenschen müssten nach wie vor große Umwege in Kauf nehmen. Und auch der Handel rund um die Impelmann-Kreuzung leide massiv unter der seit 20 Monaten andauernden Sperrung.

Fest steht: Ohne das Gutachten geht es nicht weiter, man sei auf Moers angewiesen, sagte der Rheinhauser SPD-Ratsherr Reiner Friedrich. Der wolle politisch nicht zu sehr auf die Nachbarstadt einwirken, schließlich wolle die Stadt Duisburg etwas von den Moersern. „Dass dieses Gutachten aber so lange dauert, ist äußerst peinlich. Angeblich soll in der noch laufenden Woche etwas kommen.“

Ein gestriges Treffen der aus Experten beider Städte und der IG bestehenden Begleitkommission ist auf den 7. März verschoben worden. Es hätte einfach nichts zu berichten gegeben, verlautet es aus der Politik. Ob es am 7. März mehr gibt? „Ich befürchte nicht“, sagt Gisela Furch. Sie hat gehört, dass wohl auch dieser Termin abgesagt werden soll.

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