Studie der Uni-Duisburg-Essen Mehrheit der Nutzer rechnet mit beruflichen Auswirkungen von ChatGPT

Duisburg · Das KI-Programm ChatGPT gilt als Meilenstein bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Die Universität Duisburg Essen hat User nach ihren Eindrücken und ihrem Nutzerverhalten gefragt. Herausgekommen sind einige spannende Ergebnisse.

Die Homepage von ChatGPT.

Die Homepage von ChatGPT.

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

ChatGPT wird als revolutionäre Künstliche Intelligenz gefeiert. Doch was denken die Menschen in Deutschland über den Chat-Bot? Eine Kurzstudie von Prof. Tobias Kollmann, Universität Duisburg-Essen (UDE), und dem Marktforschungsunternehmen Civey zeigt: Die meisten Nutzer:innen sind mit der Qualität der Ergebnisse zufrieden und vertrauen diesen. Gleichzeitig entdeckten viele in den Antworten Fehler.

Kollmann ist Professor für Digital Business und Digital Entrepreneurship. In seinem Auftrag hat Civey kürzlich über 5.000 Bundesbürger:innen sowie rund 1.500 Nutzer und Nutzerinnen von ChatGPT befragt. Demnach findet es rund ein Viertel der Über-18-Jährigen (23 Prozent) grundsätzlich positiv, dass Menschen mit KI-Anwendungen kommunizieren können. Bereits 17 Prozent haben schon einmal ChatGPT genutzt.

Einmal ausprobiert, wird das Tool durchaus intensiver in Anspruch genommen: Fünf Prozent verwenden es täglich, immerhin 23 Prozent wöchentlich und weitere 21 Prozent monatlich. Die Qualität der Antworten bewerten 44 Prozent der Befragten mit gut oder sogar sehr gut. Demgegenüber befand nur etwa jeder Zehnte die Qualität als eher schlecht bzw. sehr schlecht.

„Die Qualität der Antworten hat jedoch nichts mit der Richtigkeit der Inhalte zu tun“, warnt Professor Tobias Kollmann. Immerhin rund drei Viertel der Nutzer und Nutzerinnen überprüfen die Antworten der KI. Offenbar zurecht: „Deutlich über die Hälfte der Befragten (59 Prozent) hat schon einmal Fehler in den Antworten von ChatGPT gefunden. Inhalte und Aussagen sollten keinesfalls automatisch übernommen werden.“

Wie die Studie zeigt, wird das KI-Tool im Moment hauptsächlich für private Alltagsfragen genutzt (66 Prozent). 36 Prozent der Befragten nutzen es beruflich, für Schule und Hochschule sind es 23 Prozent. Es dominieren Fragen zu Technologie und Innovation, gefolgt von gesellschaftlichen, politischen und alltäglichen Inhalten. Herkömmliche Suchmaschinen wie Google bleiben aber trotz ChatGPT für die Mehrheit (51,5 Prozent) die wesentliche Anlaufstelle im Internet.

Die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer (56 Prozent) geht davon aus, dass ChatGTP künftig verstärkt in ihrem Berufsfeld eingesetzt wird. Immerhin mehr als jeder fünfte Befragte glaubt sogar, künftig von einer KI konkrete Anweisungen zu bekommen. Mehr als ein Fünftel sieht zudem eine Gefahr für den eigenen Arbeitsplatz.

„Schon heute ist absehbar, dass KI die Jobprofile und Aufgaben in allen Branchen, Bereichen und Hierarchien beeinflussen wird“, meint der Digital-Experte der UDE. „Es geht im Unternehmen bald nicht mehr nur um die besten Köpfe, sondern auch um die besten KI-Algorithmen.“

(th)
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