Duisburg: Cellitinnen bauten das Krankenhaus auf

Duisburg: Cellitinnen bauten das Krankenhaus auf

Das Malteserkrankenhaus St. Anna in Huckingen wird 100 Jahre alt. Das wird Ende des Monats mit einem Festakt gefeiert. Mit dabei sind auch die noch im St. Anna verbliebenen Ordensschwestern.

Mit einem Festakt feiern die Malteser Ende des Monats das 100-jährige Bestehen des St. Anna Krankenhauses in Huckingen. Mit dabei sind dann auch die noch verbliebenen Cellitinnen. Deren Ordensgemeinschaft hatte das Krankenhaus bauen lassen, das am 19. Mai 1914 Eröffnung feierte. Die im Krankenhaus gebliebenen Ordensfrauen sind heute hauptsächlich in der Seelosorge tätig und bewohnen Zimmer in der obersten Etage. Sie haben dort Wohnrecht auf Lebenszeit.

Dieses Foto stammt aus dem Jahr der Einweihung. Foto: nn

Bei der Eröffnung im Jahr 1914 zählte das St. Anna zu den modernsten Krankenhäusern Westdeutschlands. Wenige Monate nach der Einweihung brach der Erste Weltkrieg aus. Das St. Anna wurde zum Reservelazarett und war schnell überbelegt.

Im Jahr 1928 wurde ein neuer Behandlungstrakt eingeweiht, und zu Beginn der 1930er Jahre wurde das Krankenhaus weiter ausgebaut. Während des Zweiten Weltkrieges wurden erneut verwundete Soldaten im St. Anna behandelt bis in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 1944 die Katastrophe passierte: Eine Bombe und eine Luftmine trafen das St. Anna. Der Mittelbau wurde völlig zerstört, 48 Patienten und Mitarbeiter kamen bei dem Angriff ums Leben.

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Nach Kriegsende steckten die Cellitinnen ihre ganze Kraft in den Wiederaufbau des Krankenhauses. In den 1950er Jahren zählte es erneut zu den mordernsten des Landes. Im Jahr 1993 kam dann die große Veränderung. Der Orden gab bekannt, die Trägerschaft des Krankenhauses abzugeben. Am 1. Januar 1994 übernahm der Malteserorden. Seither wurde um- und angebaut und neue Einrichtungen auf dem Gelände in Huckingen eröffnet wie das Seniorenstift St. Hedwig und das Malteser Hospiz. Zum Verbund des Malteser St. Anna gehören inzwischen drei Krankenhäuser, 15 Wohn- und Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste.

Allein im Huckinger Krankenhaus werden jährlich mehr als 49 000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Insgesamt arbeiten für den Verbund 2800 Mitarbeiter an 16 Standorten. Zu den medizinischen Schwerpunkten gehören heute in Huckingen die Onkologie, die Hals-Kopf-Medizin und die Herz- und Gefäßmedizin.

(RP)
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